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Dax AktuellAnleger schlagen am Hexensabbat zu – Dax schließt im Plus

Der deutsche Leitindex tastet sich zum Wochenschluss an sein Jahres- und sein Allzeithoch heran. Für Bewegung sorgte der Verfallstag am Derivatemarkt.Charlotte Raskopf, Tom Körkemeier 20.12.2019 - 18:02 Uhr

Blick in den Handelssaal in Frankfurt.

Foto: dpa

Düsseldorf. Der deutsche Leitindex hat den letzten Handelstag der Woche mit einem Plus von 0,8 Prozent beendet. Der Dax schloss bei 13.318,90 Punkten und tastete sich damit wieder an sein Jahreshoch von rund 13.426 Zählern heran. Auch das Anfang 2018 erreichte Allzeithoch von 13.596,90 Punkten ist damit wieder in greifbare Nähe gerückt.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verzeichnete am Freitag ein Plus von 0,4 Prozent. Auch an den US-Börsen ging es bergauf.

Am Donnerstag hatte der Dax 0,1 Prozent im Minus bei 13.211 Punkten geschlossen. Die Jahresendrally schien damit zu Ende zu sein.

Der Hexensabbat sorgte dagegen an diesem Freitag für Bewegung an den Märkten. Vier Mal im Jahr – am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember – verfallen Futures und Optionen auf Indizes und Optionen auf einzelne Aktien. Investoren nutzen diese Möglichkeit, um die Preise ihrer Wertpapiere in eine günstige Richtung zu bewegen. Daher schwanken die Aktienkurse am Hexensabbat normalerweise stark.

Anleger blickten außerdem erneut nach Großbritannien. In London erhielt Premierminister Boris Johnson vom Parlament die Zustimmung für sein Brexit-Gesetz. Ende Januar soll Großbritannien die EU verlassen. Der britische Leitindex FTSE schloss am Freitag 0,1 Prozent fester bei 7582 Punkten.

Eine Verlängerung der bis Ende des kommenden Jahres vorgesehenen Übergangsfrist schließt Johnson aus. Ab Februar soll Großbritannien mit der EU über ein neues Freihandelsabkommen verhandeln.

Im Fokus standen außerdem einige Konjunkturdaten. Am Morgen wurde die GfK-Konsumklima-Studie für den Dezember veröffentlicht. Das Konsumklima-Barometer für Januar sank zwar leicht um 0,1 Punkte auf 9,6 Punkte.

Die Verbraucherstimmung bleibe aber auch zu Beginn des neuen Jahres gut, prognostizierten die Marktforscher.

Die Konjunkturerwartungen gaben dagegen nach. Handelskonflikte und schwächere Weltkonjunktur hingen „wie ein Damoklesschwert über der Exportnation Deutschland“, erklärte die GfK. Noch deutlicher gaben die Einkommenserwartungen nach.

Sie fielen auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren. Das Niveau ist laut den Marktforschern jedoch immer noch recht gut. Obwohl die Konsumenten also die Konjunktur- und Einkommensaussichten schlechter einschätzen, sind sie vermehrt zu größeren Ausgaben bereit.

Dem Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge hat die deutsche Wirtschaft im Schlussquartal etwas an Fahrt verloren. Sie dürfte demnach um 0,1 Prozent schrumpfen.

Die Industrie befindet sich laut DIW weiterhin im Rückwärtsgang. Die Ökonomen sind aber optimistisch. Ihnen zufolge schauen auch die Unternehmen wieder zuversichtlicher in die Zukunft.

Für weiteren Gesprächsstoff sorgte die Benennung des neuen Chefs der Bank von England. Andrew Bailey wird an der Spitze der Notenbank auf Mark Carney folgen. Er gilt als einer der profiliertesten Banker des Landes und war bisher Chef der britischen Finanzaufsicht. Damit wird Bailey die Geldpolitik während des Brexits steuern.

Der Euro kostete am frühen Abend mit 1,1076 US-Dollar etwas weniger als am Donnerstag. Die Europäische Zentralbank hatte den Kurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1117 US-Dollar festgesetzt.

Einzelwerte im Blick

Volkswagen: Der Autobauer wurde in Australien zu einer Strafe von 125 Millionen australischen Dollar verurteilt. Das entspricht etwa 77,5 Millionen Euro. Volkswagen habe im Abgasskandal gegen das australische Verbraucherrecht verstoßen, urteilte das Gericht.

Die australische Verbraucherschutzbehörde hatte den Autobauer 2016 verklagt. Kunden seien betrogen worden, weil VW mehr als 57.000 Fahrzeuge mit der Behauptung verkauft habe, sie seien umweltfreundlich und verursachten nur niedrige Emissionen. Die Papiere des Autobauers schlossen gegen den Markttrend 0,1 Prozent im Minus.

Adidas: Der Sportartikelhersteller konnte konnte Gewinn und Umsatz im zweiten Quartal des laufenden Jahres steigern. Die Marge blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Adidas-Papiere schlossen dennoch 1,1 Prozent fester.

Wirecard: Morgan Stanley scheint 9,5 Prozent der Stimmrechte an Wirecard zu halten. Das geht aus mehreren Ad-hoc-Mitteilungen hervor, die gestern Abend veröffentlicht wurden. Wirecard-Papiere gingen mit einem Aufschlag von 0,1 Prozent aus dem Handel.

Deutsche Börse: Die Papiere des Börsenbetreibers waren die größten Gewinner im Dax. Sie schlossen 2,7 Prozent im Plus.

Handelsblatt-Analystecheck: UBS erhöht Kursziel für Delivery Hero

Die Schweizer Großbank hat das Kursziel für Delivery Hero von 56 auf 76 Euro angehoben und die Einstufung auf „Buy“ belassen. Analyst Hubert Jeaneau zeigte sich in einer am Freitag vorliegenden Studie angetan vom jüngsten Zukauf des Essenslieferanten in Südkorea.

Die Synergie-Effekte durch die Übernahme von Woowa bezifferte er allein durch geringere Marketingausgaben auf 235 Millionen Euro bis 2021.

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