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Dax-UmfrageWarum der Dax gegenüber dem Dow Jones die stabilere Ausgangsposition hat

Während der US-Aktienmarkt von Rekord zu Rekord eilt, stagniert der Dax. Für die kommenden zwei Wochen steht der deutsche Leitindex aber besser dar.Andreas Neuhaus 23.12.2019 - 15:57 Uhr

Dem Dax fehlen noch rund zwei Prozent zum neuen Höchststand.

Foto: dpa

Düsseldorf. Der Dax hat den Anschluss an die US-Indizes verloren. Während der deutsche Leitindex in der vergangenen Woche nur 0,3 Prozent zulegte, ging in den USA die Börsenparty weiter: Der Leitindex Dow Jones, der breiter gefasste S&P 500 und der technologielastige Nasdaq erreichten allesamt Rekordstände. Dem Dax fehlen dagegen weiterhin noch rund zwei Prozent zum neuen Höchststand.

Dabei ist die Stimmung unter den deutschen Privatanlegern noch immer gut, wie die Auswertung der wöchentlichen Handelsblattumfrage Dax-Sentiment unter mehr als 3500 Anlegern zeigt: Zwar wies das Sentiment in der vergangenen Woche mit 4,1 Prozent noch Euphorie auf, die aktuellen 2,7 Prozent sprechen aber immer noch für „gute Laune“.

„Für mich ergibt sich ein Sentiment-Bild, das Anleger weiterhin ermutigt, Gewinne zu realisieren, um die Weihnachtstage entspannen zu können“, sagt Sentimentexperte Stephan Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx.

Bei Einzeltiteln könne es aber zu heftigen Kursrückschlägen kommen. Aufgrund des dünnen Handelsvolumens reiche es mitunter schon, wenn einige wenige Verkaufsorders auf den Markt treffen, um eine Aktie tief ins Minus zu drücken. Meist würden solche Bewegungen jedoch in den ersten Handelstagen des neuen Jahres kompensiert.

Dämpfend wirkten am deutschen Aktienmarkt in der vergangenen Woche zwei Faktoren. Zum einen erwachten die Brexit-Sorgen neu, indem Großbritanniens Premierminister Boris Johnson einen No-Deal-Austritt seines Landes aus der Europäischen Union am 31. Januar 2020 nicht ausschloss.

Zum anderen stieg im Handelsstreit zwischen den USA und der EU der politische Druck aus den Washington: Unternehmen, die am Bau der Pipeline Nord Stream 2 beteiligt sind, werden mit Sanktionen belegt.

Trotzdem sehen immernoch 57 Prozent der Befragten den Dax aktuell in einem Aufwärtsimpuls oder einer Topbildung. Vor einer Woche waren es allerdings noch 69 Prozent. Dafür sehen jetzt 38 Prozent den Dax in einer Seitwärtsbewegung – elf Prozent mehr als in der Vorwoche.


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„Die Stimmung ist hüben wie drüben gut, aber in den USA im extremen Bereich“, erklärt Heibel. „Mit Aktienpositionen über die Feiertage wäre ich dort sehr vorsichtig.“

In den USA treibt die Teileinigung im Handelsstreit mit China die Jahresendrally an. Die Aktienmärkte sind auf dem besten Weg, den besten Dezember seit neun Jahren und das beste vierte Quartal seit sechs Jahren hinzulegen. Laut der Bank of America flossen in der vergangenen Woche 16,6 Milliarden US-Dollar in US-Aktien, davon zehn Milliarden Dollar in Titel mit ohnehin schon hohem Börsenwert.

Binnen einer Woche haben Fondsmanager in den USA ihre Investitionsquote um 20 Prozent auf 99 Prozent hochgefahren – die höchste Quote seit anderthalb Jahren. Bei den US-Privatanlegern notiert die Bullenquote mit 24 Prozent auf dem höchsten Niveau seit zwei Jahren. Und der „Angst-Gier-Indikator“ des S&P 500, der anhand technischer Marktdaten berechnet wird, zeigt mit 89 Prozent extreme Gier an.

So ein extremes Marktumfeld bietet immer die Möglichkeit von Rücksetzern. Sollte sich die Stimmung in den USA tatsächlich abkühlen, schlägt das erfahrungsgemäß auch auf den deutschen Aktienmarkt durch. „So ganz unabhängig von der Überhitzung in den USA können wir uns hier in Deutschland nicht machen“, sagt Heibel deshalb. „Dennoch hat der Dax in den kommenden zwei Wochen aus Sicht der Sentiment-Analyse die stabilere Ausgangsposition als der Dow Jones.“

Denn wie die Sentiment-Umfrage zeigt, sind bei den befragten Anlegern die Erwartungen an den Dax in drei Monaten gestiegen: 39 Prozent rechnen dann mit einem Aufwärtsimpuls oder einer Topbildung. Damit sind die Zukunftserwartungen auf dem höchsten Niveau der vergangenen zwei Monate. Sollten die Kurse also fallen, dürfte es schnell Käufer geben, die die Kurse wieder stützen.


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Den Druck im Handelsstreit aus den USA scheinen die Anleger zwar wahrzunehmen, gleichzeitig gehen sie aber offensichtlich davon aus, dass die Wirtschaft schon Lösungen finden wird: Das Euwax-Sentiment der Privatanleger notiert auf dem höchsten Stand seit dem Sommer und zeigt damit Spekulationen auf steigende Kurse an.

Mit ihrer Einschätzung lagen die Privatanleger in diesem Jahr häufig richtig, erinnert Heibel: „Nach dem Sommer kam der Lauf des Dax von 11.500 auf 13.300 Punkte. Auch vor der Zollentscheidung Mitte Dezember waren Privatanleger ordentlich investiert und profitierten von den steigenden Kursen.“

Neu investieren möchte trotzdem nur jeder fünfte Anleger. 65 Prozent der Befragten wissen noch nicht, wie sie sich in den kommenden zwei Wochen verhalten werden. 15 Prozent wollen verkaufen.


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