Klagen gegen Monsanto: Weiter Rückendeckung von US-Umweltbehörde für Bayer im Glyphosat-Streit
Behälter mit Roundup, einem Unkrautvernichter von Monsanto, stehen in einem Regal in einem Baumarkt in Los Angeles. Die Bayer-Tochter Monsanto muss sich in den USA erneut wegen angeblicher Krebsrisiken ihres Unkrautvernichters Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat vor Gericht verantworten.
Foto: dpaWashington/Chicago. Bayer bekommt im Streit über das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat Rückendeckung von der US-Umweltbehörde EPA. Die US-Umweltbehörde EPA hält das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat im Gegensatz zu einigen Gerichtsurteilen weiterhin nicht für krebserregend. Nach Abschluss einer erneuten Überprüfung bekräftigte die EPA am Donnerstag, dass der in dem Bayer-Mittel Roundup verwendete Stoff bei sachgemäßer Anwendung nicht krebserregend sei. Bayer begrüßte die Beurteilung und betonte, dass sie der mehrheitlichen Auffassung von Experten entspreche. Das EPA-Urteil könnte dem Konzern im Glyphosat-Rechtsstreit stützen.
Damit hält die EPA trotz der hitzigen öffentlichen Debatte um Glyphosat an ihrer Linie fest, die den bisherigen US-Gerichtsurteilen bei Klagen gegen Bayer wegen angeblicher Krebsgefahren entgegensteht. Bayer kann Unterstützung in Sachen Glyphosat derzeit gut gebrauchen - der Konzern ist in den USA mit über 42 700 Klägern konfrontiert.
Bayer hatte sich 2018 mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto immense Rechtsrisiken im Zusammenhang mit Glyphosat ins Haus geholt. Die ersten drei US-Prozesse wegen angeblich krebserregender Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto hatte Bayer verloren und hohe Schadenersatz-Urteile kassiert.
Der Konzern hat die Schuldsprüche jedoch angefochten und erhielt in einem Berufungsverfahren zuletzt Unterstützung von der US-Regierung, die einen sogenannten Amicus-Schriftsatz zugunsten von Bayer bei Gericht einreichte. Analysten erwarten, dass sich Bayer über kurz oder lang auf einen milliardenschweren Vergleich mit den Klägern in den USA einigt. Darauf dringen auch die zuständigen Gerichte.