Krisen-Protokoll: Homeoffice, Kurzarbeit, Entlassungen: So verändert Corona die Arbeitswelt
alle Illustrationen: Birgit Schoessow
Foto: HandelsblattDie Ängstliche: Sorgen um die Existenz
Zur Person: Sprachheilpädagogin Christine Müller*, 41, ist Co-Inhaberin einer Praxis bei Köln. Ihre drei Mitarbeiter hat sie in Kurzarbeit geschickt.
So erlebt sie die Krise: „Bei uns trudelt eine Absage nach der anderen ein, nur noch wenige Patienten setzen ihre Therapie fort. Die wenigen Begegnungen sind allerdings sehr positiv. Von einem geregelten Alltag kann keine Rede sein: Immer wenn ich glaube, wir hätten einen Plan, ändert sich die Lage und wirft alles über Bord.
Insbesondere die finanzielle Situation belastet mich: Ich arbeite mehr, bin aber zumeist mit Organisieren beschäftigt. Gerade habe ich für meine Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt. Das ist kein schönes Gefühl, doch damit kann ich einen Teil der Kosten decken. Keine Ahnung, wie lange wir noch durchhalten, aber es wird eine Lösung geben. Diese Einstellung mag naiv sein, aber doch besser, als sich völlig verrückt zu machen.
Was mich positiv stimmt: der Austausch mit den Kolleginnen. In unserem Beruf arbeitet man eigentlich viel allein. Derzeit versuchen wir, uns gegenseitig zu entlasten. Davon wird das Team noch nach der Krise zehren.“