1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Anlagestrategie
  4. Trends
  5. Buffetts Investmentfirma macht operativ mehr Gewinn – Netto Rekordverlust

Berkshire HathawayBuffetts Firma macht operativ mehr Gewinn – doch unter dem Stricht steht ein Rekordverlust

Berkshire Hathaway steckt mit 49,8 Milliarden Dollar tief in den roten Zahlen. Operativ konnte die Beteiligungsgesellschaft allerdings sechs Prozent dazu gewinnen.Astrid Dörner 02.05.2020 - 20:53 Uhr aktualisiert

Die Firma des Starinvestors leidet unter den Folgen der Coronakrise.

Foto: Reuters

New York. Die Investmentfirma von Star-Investor Warren Buffett hat in der Coronakrise tief rote Zahlen geschrieben. Der Verlust im ersten Quartal belief sich auf 49,8 Milliarden Dollar nach einem Gewinn von 21,66 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Operativ verdiente die Beteiligungsgesellschaft allerdings mit 5,9 Milliarden Dollar sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

Bilanzregeln schreiben vor, dass Berkshire auch unrealisierte Aktienverluste und -gewinne melden muss. Das führt beim Nettoergebnis zu hohen Schwankungen, weshalb Buffett diese Kennziffer als bedeutungslos und den operativen Gewinn als aussagekräftiger ansieht.

Die Cash-Reserven sind auf 137 Milliarden Dollar angestiegen, rund zehn Milliarden Dollar mehr als Ende 2019. Unterm Strich gaben Buffett und seine zwei Investmentmanager, Ted Weschler und Todd Combs, nur 3,5 Milliarden Dollar für neue Aktienkäufe aus, rund die Hälfte davon floss in die Berkshire-Aktie.

„Die meisten Unternehmen sind von Covid-19 betroffen und die Folgen sind zum Teil relativ gering und zum Teil sehr schwerwiegend“, teilte das Unternehmen am Samstag mit.
Das Unternehmen hatte im April signalisiert, einen Teil der Aktien von Delta und Southwest Airlines verkauft zu haben. Fluglinien sind angesichts der Reiserestriktionen in einer existenziellen Krise.
Später am Samstag findet Berkshires Hauptversammlung statt. Wegen des Coronavirus wird die Veranstaltung zum ersten Mal überhaupt nur online übertragen. Das Event, das den Spritznamen „Woodstock für Kapitalisten” trägt, zieht normalerweise zehntausende Aktionäre aus aller Welt an den Firmensitz nach Omaha, Nebraska. Dieses Mal wird es jedoch nur eine abgespeckte Version geben, bei der Buffett zum ersten Mal gemeinsam mit Greg Abel die Fragen der Aktionäre beantworten wird. Abel ist der Chef von Berkshries Energiesparte und als einer von Buffetts möglichen Nachfolgern im Gespräch.

Auf verschiedenen Ebenen von der Krise getroffen

Buffett, der in diesem Jahr 90 wird, wartet schon lange darauf, dass Aktienpreise und Unternehmensbewertungen sinken, damit er seine Cash-Reserven anlegen kann. Doch der Kurseinbruch im März war offenbar nicht die erhoffte Gelegenheit. Buffetts stellvertretender Aufsichtsratsvorsitztender, Charlie Munger, betonte, sie wollen diesen „Taifun“ lieber mit „jeder Menge Liquidität überstehen und nicht unsere ganzen Reserven für neue Zukäufe verwenden.“ Kleinere Deals könnten jedoch trotzdem möglich sein. Unterm Strich hat Berkshire in diesem Jahr mehr Aktien verkauft als neue ins Portfolio geholt. „Das ist wenig verwunderlich“, sagt Thomas Kleber Investmentchef des Vermögensverwalters Pecora Capital in New York, der selbst seit Jahren Berkshire-Aktien hält. Im zweiten Quartal würden bei einigen Unternehmen Gewinne wegfallen, was sich derzeit nicht in den Kursen zeige. Daher sei der Leitindex S&P 500 derzeit noch relativ teuer. „Buffett will unterbewertete Qualitätsfirmen kaufen und hält sich von Unternehmen mit überschuldeten Bilanzen fern“, gibt Kleber zu bedenken.

Buffetts Konglomerat ist von der Krise auf verschiedenen Ebenen stark getroffen. Der Konzern hält große Aktienpakete, unter anderem an der Bank of America und JP Morgan Chase, die im März deutlich eingebrochen sind, sich seit dem jedoch wieder etwas erholt haben.

Firmensparten, wie der Eisenbahnbetreiber BNSF und der Flugzeugteile-Hersteller PCC, leiden an geringeren Aufträgen. Der Nettogewinn bei BNSF ging um fünf Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar zurück. In der Industriesparte ging der Nettogewinn auf 1,3 Milliarden Dollar zurück, ein Minus von 8,7 Prozent.

Größtes Unternehmen der Sparte ist der Flugzeugteilebauer Precision Castparts (PCC), den Berkshire 2015 für 32 Milliarden Dollar übernahm. Schon vor Corona litt PCC unter der Krise beim Flugzeugbauer Boeing, der nach mehreren Pannen die Produktion des beliebten 737 Max auf Eis legen musste. Die Pandemie und die dadurch folgende Krise in der Airline-Branche hat die Probleme damit noch beschleunigt.

Zu Berkshire gehören auch rund 80 kleine und mittelständische Unternehmen, die die Krise ebenfalls zu spüren bekommen. Der Süßigkeitenhersteller See's Candy musste seine Geschäfte vorübergehend schließen. Ebenso wie die Schuh-Kette Justin Brands. Eine Reihe von Unternehmen schickte Mitarbeiter in unbezahlten Urlaub, kürzte Gehälter und Arbeitsstunden, verschon Investitionen, wie Berkshire erklärte. „Es gibt ein paar kleine Unternehmen, die wir nicht wieder aufmachen werden“, sagte Munger dem „Wall Street Journal“.

Effekte im April noch deutlicher spürbar

Und das dürfte erst der Anfang sein, warnte Berkshire in einer Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht. Die Coronakrise machte sich erst Mitte März in den USA bemerkbar, und somit nur in den letzten zwei Wochen des ersten Quartals. Im April waren die Effekte daher noch deutlicher zu spüren und niemand könne vorhersagen, wie lange die Krise dauere und wie sie das Konsumverhalten der Kunden ändern werde.

Die Pandemie macht sich auch in Berkshires Aktienkurs bemerkbar, die eigentlich als besonders krisenresistent gilt. Das Papier hat in diesem Jahr 20 Prozent verloren und kostete am Freitag 274.000 Dollar. Damit schnitt sie etwas schlechter ab als der breiter gefasste S&P 500, der in diesem Jahr 12 Prozent verloren hat.

Mit Agenturmaterial

Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt