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RegierungsdekretItaliens beschlossene Grenzöffnung gibt Regionen die Verantwortung

Ab Montag gelten strenge Sicherheitsregeln beim Einkaufen und in Restaurants. Reisefreiheit innerhalb des Landes gibt im Juni – Regionen wie die Lombardei zögern noch.Regina Krieger 16.05.2020 - 13:08 Uhr

Am Montag werden auch die Kirchen wieder geöffnet.

Foto: Handelsblatt

Rom. Geschäfte, Restaurants, Museen und auch Friseure machen am Montag wieder auf in Italien – mehr als zwei Monate, exakt 66 Tage nach dem strikten Lockdown.

Doch wie bei jeder Entscheidung der Regierung in der Coronakrise mussten Kunden und Geschäftsleute auch dieses Mal wieder bis zur letzten Minute warten, um die genauen Details und die Bedingungen der Wiederöffnung zu erfahren.

Premier Giuseppe Conte verzichtete auf die übliche Pressekonferenz, stattdessen gab es nur eine Mitteilung der Regierung mitten in der Nacht zum Samstag nach dem Ende einer dreimal unterbrochenen Kabinettssitzung. Bis zuletzt hatte es Streit mit den Regionen gegeben.

Mit dem neuen Gesetzesdekret werden zum Wochenbeginn für alle Aktivitäten strenge sanitäre Regeln vorgeschrieben, es gibt gestaffelte Öffnungszeiten und man muss in den Geschäften Masken und Handschuhe tragen. Italiener richten sich auf lange Wartezeiten ein.

Der Mindestabstand wird auf einen Meter festgelegt, Restaurantbesuche wie auch Friseurberufe müssen vorbestellt werden. Wer die Regeln nicht einhält, muss zwischen 400 und 3000 Euro Strafe zahlen. Ab Montag dürfen sich die Italiener auch ohne die bisher erforderliche Sondergenehmigung frei innerhalb der eigenen Region bewegen, auch die ersten Strände werden geöffnet und man darf Freunde treffen.

Der Vatikan verbreitete am Freitag Fotos von Gestalten in Schutzanzügen, die im Petersdom mit Dampfspritzern die Gänge desinfizierten.

Foto: Handelsblatt

Erst seit dem 4. Mai waren Spaziergänge erlaubt worden und die Parks geöffnet worden. Landesweites Reisen über Regionsgrenzen hinaus wird jedoch erst ab dem 3. Juni erlaubt. Die Landesgrenzen sollen dann geöffnet werden. Die Reisewarnung des Auswärtigen Amt für Italien gilt jedoch noch weiter bis Mitte Juni.

Lombardei zögert mit der Öffnung

Täglich müssen ab jetzt die Regionen dem Gesundheitsministerium in Rom die Zahl der Covid-Fälle melden, damit auch schnelles Schließen wieder möglich wird. Premier Conte gab mit dem Dekret erstmals den Regionen die Verantwortung. Sie können entscheiden, ob sie den Öffnungskurs mittragen oder verschieben – darum war es in dem Streit gegangen.

Besonders vom Coronavirus betroffene Regionen wie die Lombardei, die noch immer die meisten Infizierten und die meisten Opfer verzeichnet werden, sind zögerlich mit Öffnungen. Andere wie Venetien oder Südtirol wollen so schnell wie möglich alles öffnen und haben dies bereits getan.

Seit Tagen bereiten sich die Inhaber auf die neuen Bestimmungen vor. In Boutiquen, Schuhgeschäften, Bars und Restaurants wird gehämmert und geputzt. Aus den Schaufenstern verschwunden sind Wintermäntel und Stiefel, Restaurantbesitzer stellen die Tische mit dem vorgeschriebenen Abstand, an den Kassen werden Plexiglasscheiben angebracht.

Am Montag werden auch die Kirchen wieder geöffnet, auch dort gelten strenge Vorschriften wie Abstand, häufige Desinfektionen und das Tragen von Masken. Der Vatikan verbreitete am Freitag Fotos von Gestalten in Schutzanzügen, die im Petersdom mit Dampfspritzern die Gänge desinfizierten.

Das Gesetzesdekret sei ein wichtiges Signal, um die unsichere Situation hinter sich zu lassen, kommentiert der Handels- und Tourismusverband Confesercenti, aber es gebe jetzt auch einen Lauf gegen die Zeit. Denn nach einer Umfrage des Instituts Swg hätten nur sechs von zehn Geschäften und Restaurants vor, am Montag zu öffnen. „Die Geschäftsleute fürchten wegen der strengen Sicherheitsvorkehrungen einen Umsatzeinbruch“, so der Verband.

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