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Stiftung WarentestBrandgefahr, Haarrisse, Schadstoffe: Tester finden viele Mängel bei E-Bikes

Viele Deutsche sind auf dem E-Bike unterwegs. Doch nur vier getestete Räder erhalten von Stiftung Warentest das Urteil „Gut“. Einige Hersteller wehren sich gegen die Kritik.Carina Kontio 11.06.2020 - 09:10 Uhr

In Deutschland werden immer mehr E-Bikes verkauft.

Foto: dpa

Bonn. Gravierende Sicherheitsmängel, Risse am Rahmen, nicht brandsicher, Schadstoffe: Der jüngste E-Bike-Test der Stiftung Warentest (Juni-Ausgabe) sorgt derzeit für Unruhe unter den Herstellern. Nur vier von zwölf auf Akku-Herz und elektronische Nieren getestete Räder erhalten darin die Note „Gut“

E-Bikes stehen gerade hoch im Kurs. Alleine in Deutschland stieg der Absatz laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) im vergangenen Jahr um fast 40 Prozent auf knapp 1,4 Millionen Stück. Damit radelt bald jeder dritte Neukunde elektrisch. Und die Hersteller rechnen damit, dass sich dieser Trend durch die Coronakrise weiter fortsetzen wird.

Wer jetzt also mitten im Bike-Boom in Tests durchfällt, muss fürchten, an Umsatz zu verlieren. Schließlich orientieren sich viele Verbraucher an den Ergebnissen von Stiftung Warentest und gehen entsprechend einkaufen.

Gut (1,7): KTM Macina Tour 510

Foto: KTM
  • Preis: 2900 Euro
  • Das sagen die Tester: Dieses E-Bike von KTM ist der klare Favorit. Das Rad ist wendig, fährt mit seinem Bosch-Motor kraftvoll und stabil und ist mit gefederter Sattelstütze und Gabel komfortabel zu fahren.
  • Akkuleistung: Im Test 55 Kilometer Reichweite.
  • Gewicht: 26 Kilo.

Gut (2,3): Stevens E-Courier PT5

Foto: Stevens
  • Preis: 3000 Euro
  • Das sagen die Tester: Das Stevens-Pedelec mit Nabenschaltung ist zwar etwas weniger wendig und schwächer bergauf, fährt aber laut Stiftung Warentest mit seinem Bosch-Motor gut und sehr leise. Punktabzug gab es, weil der Akku beim Einsetzen etwas verkantete und die Lichtanlage im Praxistest etwas schwach war im Vergleich zu anderen Modellen.
  • Akkuleistung: 51 Kilometer Reichweite.
  • Gewicht: 27 Kilo.

Gut (2,4): Pegasus Premio Evo 10 Lite

Foto: Pegasus
  • Preis: 3100 Euro
  • Das sagen die Tester: Enorm fahrstabil auch mit Gepäck, griffige Pedale und kraftvoller Bosch-Motor. Minuspunkt: Die Tester fanden den Motor schon bei geringer Unterstützung relativ laut. Ärgerlich fanden sie außerdem, dass es die Anleitung nur auf CD gibt.
  • Akkuleistung: 55 Kilometer Reichweite.
  • Gewicht: 28 Kilo.

Gut (2,4): Raleigh Kent 9

Foto: Raleigh
  • Preis: 2000 Euro
  • Das sagen die Tester: Sportlich und kraftvoll zu fahren dank Bosch-Motor und dem breiten Lenker, dafür wird das Bike aber bei viel Gepäck instabil. Außerdem monierten die Tester, dass das Einstellen des Sattels etwas mühsam ist.
  • Akkuleistung: 52 Kilometer Reichweite.
  • Gewicht: 26 Kilo.

Befriedigend (2,8): Falter E 9.8 KS Wave

Foto: Falter
  • Preis: 3000 Euro
  • Das sagen die Tester: Beim Rad von Falter fand man im Sattel hohe Mengen des schädlichen Phthalat-Weichmachers DPHP. Für den gibt es allerdings keinen gesetzlichen Grenzwert. Das Rad lässt sich gut fahren, der Bosch-Motor hilft kräftig mit und ist sehr leise.
  • Akkuleistung: 52 Kilometer Reichweite.
  • Gewicht: 27 Kilo.

Befriedigend (2,8): Winora Sinus i9

Foto: Winora
  • Preis: 2800 Euro
  • Das sagen die Tester: Auch hier zeigen sich in der Laboranalyse des Sattels hohe DPHP-Mengen. Im Praxistest fuhr das Bike insgesamt gut. Aber der Reifen aus Recycling-Material war mehrfach platt.
  • Akkuleistung: 55 Kilometer Reichweite.
  • Gewicht: 26 Kilo.

Befriedigend (2,8): Kreidler Vitality Eco 7

Foto: Kreidler
  • Preis: 2800 Euro
  • Das sagen die Tester: Auch hier ist der Sattel mit dem Weichmacher DPHP belastet. Das Fahrverhalten beschreiben die Tester als gut und ausgeglichen, sehr sicher und robust. Mit Gepäck allerdings leicht instabil.
  • Akkuleistung: 55 Kilometer.
  • Gewicht: 26 Kilo.
Foto: Fischer

Ausreichend (4,0): Fischer Cita 6.0i

Foto: Flyer
  • Preis: 2150 Euro
  • Das sagen die Tester: Fischer liefert zwar das günstigste Rad im Test, allerdings bemängeln die Warentester, dass sich im Praxistest ein Riss an der Bohrung der Sattelstützen-Klemmung zeigte. Das könnte unbemerkt zum Ausbrechen der Sattelstütze führen. Der Antrieb kommt nicht von Bosch, sondern von Brose, ist gut abgestimmt und leise. Sowohl mit als auch ohne Gepäck fährt sich das Cita 6.0i überzeugend.
  • Akkuleistung: 53 Kilometer Reichweite.
  • Gewicht: 26 Kilo.

Ausreichend (4,0): Flyer Gotour 6

Foto: Qwic
  • Preis: 3500 Euro
  • Das sagen die Tester: Das teuerste Pedelec im Test überzeugte zwar dank breiter Reifen und einer Top-Federung mit komfortabler und guter Fahrweise, aber ein Anriss an einer Schweißnaht am Rahmen könnte sich mit der Zeit zu einem Bruch ausweiten.
  • Das sagt der Hersteller: Flyer verteidigt sich und seine bislang 10.000 verkauften Räder: Sofern man das Gesamtgewicht nicht überschreite und regelmäßige Wartungen professionell durchführen lasse, sei der Rahmen für 40.000 Kilometer sicher. Die Rahmen hätten die hohen, über die vorgeschriebene gesetzliche Norm hinausgehenden Prüfungen bestanden und die Freigabe für ein Gesamtgewicht bis 149 kg erhalten.
    „Es ist uns kein Fall bekannt, bei dem sich ein Riss am Rahmen ergeben hat, wie er beim Test der Stiftung Warentest entstanden ist. Wir halten das Testergebnis für nicht ausreichend begründet und können es in keiner Weise nachvollziehen. Für die Sicherheit unserer Rahmen stehen wir voll und ganz ein“, heißt es in einem Statement.
  • Akkuleistung: 54 Kilometer Reichweite.
  • Gewicht: 28 Kilo.

Ausreichend (4,2): Qwic Premium i MN7+

Foto: Kalkhoff
  • Preis: 2950 Euro
  • Das sagen die Tester: Mit ausreichend schneidet auch das Qwic-Rad ab, denn mit Gepäck beladen zeigen sich schon bei niedrigem Tempo laut Warentest gravierende Stabilitätsprobleme. Der verbaute Motor von Bafang unterstützt zwar kraftvoll, läuft aber nach, was am Berg das Umschalten mit der Nabenschaltung erschwert. Minuspunkte erntet das Bike auch für mehrere Plattfüße des Recycling-Reifens.
    Und: Im Dauertest zeigte sich ein Vertikalriss am Steuerrohr. Die Tester weisen aber darauf hin, dass dies nicht zum plötzlichen Abbrechen des Rohrs führen kann.
  • Akkuleistung: 47 Kilometer Reichweite.
  • Gewicht: 26 Kilo.

Mangelhaft (5,0): Kalkhoff Endeavour 5.S Move

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Foto: Kettler
  • Preis: 3100 Euro
  • Das sagen die Tester: Da das Steckergehäuse des Ladegeräts beim Brandsicherheitstest durchgefallen ist und sich im Dauertest ein Riss in der Sattelstütze zeigte, erhält das Kalkhoff-Rad das Urteil mangelhaft. Zwar fährt es sich gut und sportlich, aber die Unterstützungsstufen des Shimano-Antriebs finden die Tester ungünstig abgestuft. Dazu kommt, dass sich der Akku etwas schwierig entnehmen lässt.
  • Das sagt der Hersteller: Auch Kalkhoff wehrt sich gegen die Kritik. In einer Stellungnahme heißt es: „Das getestete E-Bike entspricht den gesetzlichen Vorschriften – und ist sicher. Alle verwendeten Materialien sind geprüft und haben sich im Markt bewährt. Bis heute sind uns weder Reklamationen von Kunden noch Rückläufer wegen durchgeschmorter Stecker bekannt.“
  • Akkuleistung: 54 Kilometer Reichweite.
  • Gewicht: 26 Kilo.

Mangelhaft (5,0): Kettler Paramount 10G

  • Preis: 2790 Euro
  • Das sagen die Tester: Auch das E-Bike von Kettler ist laut Stiftung Warentest nicht brandsicher und wurde auch mangelhaft bewertet. Man sitzt zwar angenehm und aufrecht auf dem Fahrrad, aber beim Shimano-Antrieb zeigen sich dieselben Schwächen wie beim Kalkhoff Endeavour. Als mühsam empfinden die Tester auch das einsetzen und Entnehmen des Akkus.
  • Das sagt der Hersteller: Wie bei Kalkhoff und Flyer auch kann man bei Kettler den Befund nicht nachvollziehen. Ein Pressesprecher sagt: „Mit mehr als 40 Jahren Bike-Know-how Made in Germany halten wir seit jeher nicht nur die gesetzlichen Vorschriften ein, sondern testen unsere Fahrräder und E-Bikes weit über die – aus unserer Sicht – teilweise nicht mehr zeitgerechten Normen. Selbstverständlich hat auch das Paramount 10G diese Tests erfüllt. Dementsprechend sind uns seit dem Verkaufsstart im Jahr 2017 keinerlei Probleme mit dem Steckergehäuse des Akkus bekannt.
  • Akkuleistung: 49 Kilometer Reichweite.
  • Gewicht: 27 Kilo.
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