Xu Zhangrun: Nach Corona-Kritik: Chinas Polizei nimmt Regierungskritiker fest
Der Fall von Xu Zhangrun zeigt, wie hart Peking gegen Kritiker vorgeht.
Foto: APPeking. Der regierungskritische chinesische Rechtsprofessor Xu Zhangrun ist am Montag laut Medienberichten in Peking verhaftet worden. Xu ist einer der wenigen bekannten Intellektuellen in China, die sich noch trauen, die chinesische Regierung und den Staats- und Parteichef Xi Jinping öffentlich zu kritisieren.
Nachdem er in einem Aufsatz die chinesische Regierung für ihr Verhalten in der Coronavirus-Krise kritisiert hatte, wurde er Anfang des Jahres unter Hausarrest gestellt und ihm wurde verboten, das Internet zu benutzen.
Medienberichten zufolge wird Xu nun beschuldigt, sich mit Prostituierten eingelassen zu haben. Verschiedene Medienanfragen bei Polizeibehörden blieben unbeantwortet.
Xu war viele Jahre lang Professor an der renommierten Tsinghua Universität, wurde aber im vergangenen Jahr von seiner Position entlassen. Zuvor hatte er kritisiert, dass Staats- und Parteichef Xi Jinping eine Aufhebung seiner Amtszeitbegrenzung erwirkt hatte und jetzt Staatschef auf Lebenszeit sein kann.
Der Fall von Xu zeigt, wie hart Peking gegen Kritiker vorgeht. In den vergangenen Jahren hat der Druck auf Intellektuelle stark zugenommen, auch in Onlinenetzwerken traut sich kaum jemand mehr, die Regierung zu kritisieren.
Viele Menschen üben Selbstzensur, kritische Kommentare werden blitzschnell von einer Schar von Zensoren gelöscht. Die Festnahme von Xu dürfte auch Ängste in Hongkong schüren, wo vergangene Woche ein neues Sicherheitsgesetz in Kraft trat, das China weitreichende Eingriffsmöglichkeiten in der eigentlich autonomen Metropole erlaubt.