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EdelmetallWas laut Goldman hinter der Gold-Rally steckt

Laut einer Studie greifen die Investoren zu, weil sie den Dollar als weltweite Reservewährung bedroht sehen. Gold zu kaufen, sei durchaus rational.Frank Wiebe 29.07.2020 - 19:14 Uhr

Die Schwäche der US-Währung stärkt das Edelmetall.

Foto: imago images/blickwinkel

Frankfurt. Die US-Bank Goldman Sachs hat als einen der Treiber des Goldpreises die zunehmende Sorge der Investoren ausgemacht, der Dollar könne seine führende Rolle als weltweite Reservewährung verlieren. Der Rohstoffexperte Jeffrey Currie und seine Kollegen vertreten die Meinung, Gold sei die letzte Währung, die dann noch gültig ist, wenn alle anderen versagen.

„Das gilt besonders in einer Situation wie heute, wo die Regierungen ihre Fiat-Währungen abwerten und die realen Zinssätze tiefer als je zuvor drücken“, heißt es in einer neuen Studie. Fiat-Währungen sind solche, die nicht an einen Realwert wie Gold gebunden sind – also heute praktisch alle. Reale Zinssätze sind die nominalen abzüglich der Inflation oder, genauer, der künftig erwarteten Inflation.

Currie argumentiert, dass die „potenzielle Neigung der Fed zu höherer Inflation“ zusammen mit „steigenden geopolitischen Spannungen, größerer politischer und sozialer Unsicherheit in den USA“ sowie einer „wachsenden zweiten Welle von Corona-Infektionen“ und „der Rekordverschuldung der US-Regierung“ dazu geführt hat, dass allmählich „ernsthafte Sorgen um die Dauerhaftigkeit des US-Dollars als Reservewährung“ entstehen. Er hat sein Preisziel für Gold von 2000 auf 2300 Dollar pro Feinunze erhöht. Am Mittwoch notierte es bei 1955 Dollar.

Zuerst kommt die Abwertung

Dabei weisen die Goldman-Experten auf zwei oft übersehene Punkte hin. Erstens: Auf eine Abwertung der Währung folgt häufig eine Inflation – aber keineswegs immer. Und zweitens: Gold ist aus ihrer Sicht ein guter Schutz gegeben Abwertung, wird aber häufig als Sicherheit gegen Inflation überschätzt. Gegen zu rasch steigende Verbraucherpreise helfe Öl besser, schreiben sie. Trotzdem halten sie den Kauf von Gold zum heutigen Zeitpunkt für rational, weil die Abwertung, die ja in Ansätzen bereits zu spüren ist, der Inflation vorausgeht.

Laut einer Umfrage der Online-Plattform Bullion-Vault unter 1328 Kunden kaufen rund 47 der Gold-Anleger das Metall, um es langfristig zu behalten. 15 Prozent sind bereit, bei einem noch höheren Kurs zu verkaufen, aber nur knapp drei Prozent handeln häufig damit. Etwa 38 Prozent geben als Hauptmotiv an, sich mit dem Edelmetall gegen Inflation und Währungsschwankungen abzusichern.

Wie gut Gold als Schutz in Krisen geeignet ist, dazu gibt es sehr verschiedene Meinungen. Christian Keller, der Chefökonom von Barclays, lässt Skepsis anklingen. „Der Markt bietet effizientere Instrumente als Gold, um sich vor Inflation zu schützen“, sagt er. Und fügt hinzu: „Wenn der Gold-Trade auf der Angst vor einem Kollaps des Systems beruht, müsste man physisches Gold kaufen, irgendeine Bescheinigung irgendeiner Bank hilft dann nicht mehr viel.“ Als Schutz gegen Inflation gelten auch Aktien und Immobilien sowie spezielle Zinspapiere, die sich der jeweiligen Preissteigerung anpassen.

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