Leasing-Unternehmen: Nach Investoren-Vorwürfen verliert Grenke-Aktie 34 Prozent – DPR prüft Bilanzen
Die Papiere des MDax-Konzerns haben über 20 Prozent an Wert verloren.
Foto: HandelsblattBaden-Baden. Ein Dokument von 64 Seiten voller Vorwürfe hat eine bisher weitgehend unauffällige Firma international ins Rampenlicht gerückt. Die Grenke AG aus Baden-Baden, ein Leasing-Spezialist vor allem für Büroausstattungen und Software, agiert zwar mit Milliardensummen, ist von der Öffentlichkeit aber weitgehend unbemerkt geblieben – bis jetzt.
In einem Bericht wirft die Investorengruppe Viceroy Research dem Unternehmen unter anderem Unregelmäßigkeiten in der Bilanz vor. Grenke reagierte: Der Bericht enthalte „Unterstellungen, die Grenke auf das Schärfste zurückweist“, teilte die im Börsenindex MDax notierte Gesellschaft mit.
Die als „Bilanzpolizei“ bekannte Prüfungsgesellschaft DPR nimmt die Bilanzen der Leasingfirma nun unter die Lupe. „Wir schauen uns Grenke an und sind in enger Abstimmung mit der Bafin“, sagte der Präsident der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR), Edgar Ernst, am Mittwoch zu Reuters. Die Prüfstelle selbst stand jüngst unter Druck, weil sie im Frühjahr 2019 mit der Prüfung der Wirecard-Bilanzen beauftrag war und bis zur Insolvenz im Juni diesen Jahres keine Ergebnisse vorlegen konnte.