Arbeitskontrolle: Faulenzern auf der Spur: Wie Detektive Mitarbeiter im Homeoffice überwachen
Wenn Firmen Detektive beauftragen, müssen sie mit einem Tagessatz von 800 Euro und mehr rechnen.
Foto: James Boast/2AgentenDüsseldorf. Detektivarbeit kann so simpel sein. Norbert Idel klingelt bei der Nachbarin, um sich nach dem Vertriebsmitarbeiter von Gegenüber zu erkundigen. Der habe sein Auto zum Verkauf angeboten, erzählt Idel, doch er könne ihn nicht erreichen. Kein Wunder, entgegnet die Dame an der Haustür, der Nachbar sei ja auch schon seit Tagen in Urlaub.
Es braucht zwei, drei Sätze – und schon ist der Solinger Detektiv dem Homeoffice-Betrüger auf der Spur. Idels Interesse gilt keineswegs dem Auto. Er wurde beauftragt, um Beweise zu sammeln, dass der Vertriebler im Homeoffice nicht arbeitet. Der Chef hatte Verdacht geschöpft, weil sein Mitarbeiter nur zögerlich auf Mails und Anrufe reagiert hatte und zu Hause nicht anzutreffen war.
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Und tatsächlich: Der Gesuchte ist in Urlaub auf einem Campingplatz in den Niederlanden, wie Idel mit Fotos dokumentiert. Nur eines macht er nicht: seine eigentliche Arbeit.
Detektive, die Berufstätigen nachspionieren, ob sie auch wirklich arbeiten? Ja, das gibt es, Corona macht’s möglich. Zwar haben Unternehmen auch früher schon Detektive auf Mitarbeiter angesetzt, etwa, wenn Angestellte sich mehrfach bei der kleinsten Erkältung wochenlang krankschreiben ließen. Seit Beginn der Pandemie ist das Homeoffice der neue Rückzugsort für chronische Arbeitsverweigerer.