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  4. Liste deutscher Erfindungen: 20 Ideen, die die Welt revolutionierten

Berühmte ErfindungenDiese Ideen aus Deutschland revolutionierten die Welt

Auch wenn die Glühbirne und das Telefon in Deutschland erfunden wurden, machten andere damit ein Vermögen. Eine Übersicht der wichtigsten Erfindungen aus Deutschland.Dominik Zubel und Angelika Ivanov 16.10.2025 - 09:51 Uhr Artikel anhören

Glühbirne: Das Leuchtmittel stammt eigentlich vom deutschen Uhrmacher Heinrich Göbel.

Foto: dpa

Düsseldorf. Deutschland ist das Land der Dichter, Denker – und Ingenieure. In Kellern und Werkstätten der Nation sind Dinge entstanden, die im heutigen Alltag selbstverständlich wirken. Zu jener Zeit waren einige Erfindungen eine Revolution.

Manch ein Erfinder erhielt sogar einen Nobelpreis, andere meldeten schlichtweg kein Patent an und gingen leer aus. Das Handelsblatt stellt 20 wichtige Erfindungen aus den Naturwissenschaften, der Technik und der Medizin vor, die unseren heutigen Alltag bestimmen.

Die besten und erfolgreichsten deutschen Erfindungen der letzten Jahrhunderte

20. Der Buchdruck – Johannes Gutenberg

Ein Aussteller zeigt die Gutenberg-Presse, die den Beginn des Buchdrucks markiert.

Foto: dpa

Etwa im Jahr 1440 hat Johannes Gutenberg den Buchdruck erfunden. Dazu schmiedete der Goldschmied bewegliche Lettern, die auf eine Schiene gesetzt und mit Farbe bepinselt werden konnten. Anschließend wurde darauf ein Blatt Papier gelegt und mit der Maschine angedrückt. So stellte Gutenberg die erste gedruckte Bibel her.

Zusammen mit der Reformation von Martin Luther markiert der Buchdruck eine neue Auseinandersetzung mit Sprache und Schrift. Erstmals konnten Texte zu den einfachen Menschen gelangen. Das war ein entscheidender Beitrag für die Alphabetisierung der Gesellschaft.

19. Das Reinheitsgebot – Herzog Wilhelm IV. von Bayern (1516)

Das deutsche Reinheitsgebot gilt als die erste bis heute gültige Lebensmittelvorschrift der Welt. Bier wurde vor 1516 oft Ochsengalle, Pech oder Schlangenkraut zugesetzt. Herzog Wilhelm IV. legte fest, dass Bier nur aus Hopfen, Gerste und Wasser bestehen darf. Diese Zusammensetzung ist als deutsches Reinheitsgebot bekannt.

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18. Die Glühbirne – Heinrich Göbel

Thomas Edison hat 1879 zwar die erste Kohlefadenlampe hergestellt und wenig später auch das Patent darauf erhalten. Der deutsche Heinrich Göbel konstruierte aber bereits 1854 die erste funktionierende Glühlampe. Nur meldete der gelernte Uhrmacher, der später in New York lebte, kein Patent darauf an.

17. Das Telefon – Johann Philipp Reis

Nachbau einer Fernsprechanlage von Johann Philipp Reis aus dem Jahr 1859.

Foto: dpa

1859 hat Johann Philipp Reis das Telefon erfunden. Der Mathematik- und Physiklehrer schaffte es im 19. Jahrhundert, Töne in elektrischen Strom umzuwandeln und an einem anderen Ort als Schall wieder auszugeben.
Der erste Satz, der über das Telefon übertragen wurde, lautete historisch überliefert: „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat.“ Diese Entdeckung entwickelte der US-Amerikaner Graham Bell weiter und meldete 1875 das erste Telefon zum Patent an.

16. Das Periodensystem – Lothar Meyer

Der Chemiker Julius Lothar Meyer hat sich 1864 erstmals eine Ordnung der Elemente ausgedacht. Zeitgleich arbeitete auch der russische Chemiker Dimitri Mendelejew an einem vergleichbaren Konzept. Zu diesem Zeitpunkt waren 63 von den heute 118 im Periodensystem enthaltenen Elemente bekannt.

Meyer ordnete die Elemente systematisch nebeneinander und untereinander an. Das Ergebnis: Chemische Eigenschaften, die sich ähneln, wiederholen sich periodisch. Damals nahm der Chemiker an, das Atomgewicht bestimme den Platz der Elemente. Heute entscheidet die Anzahl der Protonen im Kern des Elements über die Zuordnung.

15. Der Dynamo und die Straßenbahn – Werner von Siemens

1866 hat Werner von Siemens den Dynamo erfunden, die Grundlage für die Erzeugung von Strom. 13 Jahre später stellte der Ingenieur während der Berliner Gewerbeausstellung seine größere Erfindung vor: die „Electrische Eisenbahn“, heute eher als Straßenbahn bekannt. Dazu baute er zwei Pferdewagen um, die selbstständig auf Schienen fahren konnten. Von Siemens schwebte ein ganzes Mobilitätsnetz vor. Am 12. Mai 1881 war der erste Schritt getan: Die erste Strecke mit einer Länge von 2,5 Kilometern in Berlin Groß-Lichterfelde bis zur Preußischen Hauptkadettenanstalt nahm ihren Betrieb auf.

14. Die Bakteriologie – Robert Koch (1870)

Robert Koch ist der Nachweis gelungen, dass winzige mikrobiologische Organismen als Erreger für Krankheiten waren. 1876 wies der Forscher und Arzt nach, dass Milzbrand von einer einzigen Bakterienart ausgelöst wird. Er entdeckte auch die Ruheform des Erregers, Milzbrandsporen, und erklärte so die bis dahin unverstandene Infektionskette. Damit hatte Koch als erster bewiesen, dass ein Mikroorganismus die Ursache für eine Infektionskrankheit ist.

Damit wurden Therapiewege und Präventionsmaßnahmen möglich. Der Namensgeber und Gründer des bekannten Robert Koch-Instituts gilt neben dem Franzosen Louis Pasteur als Wegbereiter der Mikrobiologie und als Mitbegründer der modernen Bakteriologie.

13. Das erste Motorrad und Automobil – Gottlieb Daimler und Carl Benz

1885 hat der deutsche Ingenieur Gottlieb Daimler das Motorrad erdacht. Das damals als „Reitwagen“ bezeichnete Fahrzeug war ein wichtiger Schritt für die Entwicklung des Autos. Mit seinem Freund und Entwickler Wilhelm Maybach tüftelte er weiter daran. Sie setzten einem Boot den damals neu entwickelten Otto-Antrieb ein und erfanden so das Motorboot. Im Oktober 1886 setzte er den Motor als Antrieb bei einer Kutsche ein und erschuf so das erste Automobil mit vier Rädern.

Carl Benz hatte parallel an der gleichen Idee getüftelt und im Januar 1886 sein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ offiziell patentieren lassen. Die erste große Fahrt unternahm seine Ehefrau Bertha Benz.

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12. Das Gleitflugzeug – Otto Lilienthal

1894 ließ Otto Lilienthal in Berlin-Lichterfelde einen 15 Meter hohen Hügel aufschütten, um eine These mit Flugexperimenten zu verifizieren. Lilienthal nahm an, dass die Leistung beim Fliegen durch die Wölbung der Flügel erzeugt wird.

Lilienthal startete zahlreiche Flüge mit den ersten Gleitflugzeugen. Der als „Fliegeberg“ bekannte Hügel existiert noch heute. Otto Lilienthal gilt als der erste Luftfahrtpionier der Welt.

11. Die Röntgenstrahlung – Wilhelm Conrad Röntgen

Wie der Name schon erahnen lässt, hat der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen die Röntgenstrahlung erfunden. Wie viele Erfindungen war hier der Zufall hilfreich: Bei einer Versuchsanordnung sah er ein Licht, das es nach damaligem Kenntnisstand eigentlich nicht geben dürfte. Das Besondere an diesem Licht war, dass die X-Strahlung Materie durchdringen konnte. Auf Englisch heißt Röntgen daher auch X-Ray.

Mit seiner Erfindung hat der Physiker Untersuchungen an Patienten ermöglicht, ohne sie aufzuschneiden. Das revolutionierte die Medizin. Dafür erhielt Röntgen 1901 den ersten Nobelpreis für Physik.

10. Aspirin – Felix Hoffmann (1897)

Der Forscher Felix Hoffmann erzielte im Jahr 1897 einen bedeutenden Erfolg für den Chemiekonzern Bayer. Durch das Zusammenfügen von Salicylsäure und Essigsäure entstand ein synthetisches Arzneimittel – Aspirin. Aspirin gilt bis heute wohl als eines der weltweit bekanntesten Medikamente.

9. Die Relativitätstheorie – Albert Einstein

1915 formulierte Albert Einstein die allgemeine Relativitätstheorie und stellte damit das bisherige Verständnis von Raum und Zeit in Frage. In seiner Theorie stellt Einstein fest, dass Zeitangaben immer relativ zu ihrem Bezugssystem zu betrachten seien, da die Zeit von dem sich bewegenden Körper abhänge. Kernphysik oder Astronomie wären ohne Einsteins Relativitätstheorie undenkbar.

Aber nicht nur die theoretische Physik, auch die Quantenphysik profitierte von dem Nobelpreisträger. Für die Entdeckung des photoelektrischen Effekts bekam Albert Einstein 1921 den Nobelpreis. Der Effekt beschreibt drei Prozesse der Wechselwirkung von Photonen mit Materie.

8. Die Süßigkeit Goldbären – Hans Riegel

1922 produzierte Hans Riegel die kleinen Goldbären, die heute weltweit verkauft werden.

Foto: Reuters

1922 erfindet der Bonbonkocher Hans Riegel die Goldbären. Aus einer bis heute geheim gehaltenen Rezeptur aus Zucker, Gelatine und Fruchtsaft verkauft das 1920 gegründete Unternehmen mit Sitz in Bonn seine Produkte weltweit. Der Name ist ein Akronym aus Hans Riegel Bonn. Auch der Slogan „Haribo macht Kinder froh“ wurde seit Beginn nicht mehr geändert. Später kam noch der Zusatz „und Erwachsenen ebenso“ hinzu.

7. Die Kleinbildkamera – Oskar Barnack

Oskar Barnack war ein deutscher Feinmechaniker, Erfinder und Hobbyfotograf. Um bei seinen Ausflügen die richtige Belichtungszeit zu finden, entwickelte Barnack in den Jahren 1913 und 1914 einen kleinen Kasten. Darin testete er die Empfindlichkeit eines kurzen Filmstreifens. Statt der damals großen Platten zu nutzen, reduzierte er das Format auf die Größe eines 35-mm-Kinofilms. So entwickelte er die erste Kleinbildkamera.

6. Das Fernsehen – Manfred von Ardenne

1930 gelang es dem deutschen Forscher Manfred von Ardenne, Bilder auf der Seite des Senders zu zerlegen und sie beim Empfänger wieder aufzubauen. Er nahm dabei den Leuchtfleck einer Braunschen Röhre zur Hilfe, durch die elektrische Ströme sichtbar gemacht werden. Fünf Jahre später wurde dann das erste regelmäßige Fernsehprogramm ausgestrahlt.

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5. Die Kernspaltung und Atombombe – Otto Hahn

Während des Zweiten Weltkriegs machten die Physiker Otto Hahn und Fritz Straßmann eine folgenschwere Entdeckung. Seit Jahren forschten sie, zusammen mit Lise Meitner, an der Radioaktivität und Atomphysik. 1938 stellte Hahn in einem Experiment fest: Wenn Uran mittels Neuronen beschossen wird, entsteht das Element Barium. Zudem werden dabei Neutronen freigesetzt und Energie wird frei. Die Kernspaltung war geboren.

Sie diente als Grundlage für zwei entscheidende Entwicklungen, die das Jahrhundert prägten: Atomkraftwerke und die Atombombe. Hahn erhielt als einziger der Forscher 1944 den Nobelpreis für Chemie. Trotz zahlreicher Nominierungen gingen Lise Meitner und Straßmann leer aus.

4. Der erste Computer – Konrad Zuse

Konrad Zuse steht vor einem Nachbau seines Z1 im Berliner Technik-Museum.

Foto: dpa

1938 legte Konrad Zuse den Grundstein für das, was heute nicht mehr wegzudenken ist: den ersten frei programmierbaren Computer.

Das Rechnen war Konrad Zuse lästig, sodass der Bauingenieur dafür eine Maschine erfand. Dafür gab er 1936 seine Stelle bei Henschel Flugzeugwerke auf und richtete im Wohnzimmer seiner Eltern eine Werkstatt ein. Da war Zuse 26 Jahre alt. 1938 entwickelte er den Z1, den ersten binären Rechner, der jedoch rein mechanisch funktionierte. Zuse entwickelte den Rechner weiter und baute 1941 den ersten programmierbaren Rechner Z3. Dieser wird als erster Computer der Welt angesehen.

3. Die Chipkarte – Dethloff und Gröttrup

Die Chipkarte revolutionierte den Zahlungsverkehr. Der Radiomechaniker Dethloff entwickelte zusammen mit seinem Geschäftspartner Helmut Gröttrup, Experte für Raketensteuerung, einen elektronisch auslesbaren Datenspeicher, der in eine Plastikkarte eingebaut werden kann. „Identifikand mit integrierter Schaltung“ nannten sie ihre Erfindung und meldeten sie am 13. September 1968 zum Patent an.

Die Urmutter der Chipkarte war geboren. 1977 folgte die Mikroprozessorkarte. Der Chip mit Mikroprozessor ermöglichte den Informationsaustausch zwischen Nutzern eines verzweigten Netzwerks. Alles passt auf 25 Quadratmillimeter Silizium – so klein und flach wie ein Konfettischnipsel. Heute steckt der Chip in jeder Versicherungs- oder Bankkarte.

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2. Das MP3-Format – Fraunhofer-Institut

MP3-Player, iPod, Spotify – all diese Produkte wären ohne ein Dateiformat nicht denkbar: das MP3-Format. Seine Grundlage entstand im Jahr 1988 am Fraunhofer-Institut in Erlangen. Das dortige Audioteam bestehend aus Harald Popp, Stefan Krägeloh, Hartmut Schott, Berhard Grill, Heinz Gerhäuser, Ernst Eberlein, Karlheinz Brandenburg und Thomas Sporer wollte Musik komprimieren. Die Herausforderung war, jene Töne auszusieben, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind. Nach viel Tüftelei erschufen sie das MP3-Format, das die ursprüngliche Dateigröße um ein Zwölftel verkleinerte. Musik konnte künftig schnell und einfach getauscht werden.

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1. Der mRNA-Impfstoff gegen Corona – Biontech


Foto: Reuters

Die Corona-Pandemie bestimmte Anfang 2020 bis März 2023 das Leben rund um den Globus. Zur Bekämpfung der weltweiten Covid-19 Pandemie hat das Biotechnologieunternehmen Biontech aus Mainz einen wichtigen Teil beigetragen: In weniger als 12 Monaten nach Ausbruch der weltweiten Pandemie entwickelte das Forschungsteam des Gründerpaars Ugur Sahin und Özlem Türeci den ersten mRNA-Impfstoff gegen das Coronavirus.

Die Boten-Ribonukleinsäure (mRNA) wird in den Körper gespritzt. Sie erhält einen Bauplan für die Zellen, der dabei hilft, das benötigte Antigen zur Abwehr von Corona selbst herzustellen. „Wenn der Körper mit dem Virus in Kontakt kommt, erkennt das Immunsystem das spezifische Antigen und kann das Virus und somit die Infektion schnell und gezielt bekämpfen“, beschreibt Biontech seinen mRNA-Impfstoff.

Das Mainzer Biotechunternehmen treibt die Entwicklung auch für andere Krankheiten voran und entwickelt einen Impfstoff gegen Krebserkrankungen.

Liste – Erfindungen aus Deutschland, die die Welt veränderten

Responsive Tabelle
Erfinder, Tüftler und Pioniere Was wurde erfunden? Jahr der Erfindung
Johannes Gutenberg Buchdruck 1440
Herzog Wilhelm IV. von Bayern Reinheitsgebot 1516
Heinrich Göbel Glühbirne 1854
Johann Philipp Reis Telefon 1859
Lothar Meyer Periodensystem 1864
Werner von Siemens Dynamo & Straßenbahn 1866 & 1879
Robert Koch Bakteriologie 1870
Gottlieb Daimler Motorrad & Automobil 1885 & 1886
Otto Lilienthal Gleitflugzeug 1894
Wilhelm Conrad Röntgen Röntgenstrahlung 1895
Felix Hoffmann Aspirin 1897
Albert Einstein Relativitätstheorie 1915
Hans Riegel Goldbären 1922
Oskar Barnack Kleinbildkamera ca. 1925
Manfred von Ardenne Fernsehen 1930
Otto Hahn Kernspaltung 1938
Konrad Zuse Computer 1938
Jürgen Dethloff & Helmut Gröttrup Chipkarte 1968
Fraunhofer-Institut MP3-Format 1988
Biontech Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci Covid-19 mRNA-Impfstoff 2020

Quelle: Eigene Recherche

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Dieser Artikel erschien bereits im November 2020. Der Artikel wurde am 16.10.2025 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.

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