Durchschnittliche Lebenserwartung: So alt werden Männer und Frauen weltweit
Rentner auf einer Bank: Die Menschen in Deutschland werden immer älter.
Foto: imago images/Future ImageDüsseldorf. Die Lebenserwartung in Deutschland steigt seit Jahren. Mittlerweile prognostiziert die Forschung 2024 geborenen Frauen und Männern ein durchschnittliches Alter von 81 Jahren. Das zeigt ein Bericht der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Zwischen 1871 und 1881 lag die Lebenspanne von Frauen laut dem Statistischen Bundesamt hierzulande im Schnitt noch bei 38,5 Jahren. Bei Männern waren es 35,6 Jahren.
Aber warum werden die Deutschen und die Menschen weltweit immer älter? Und welche Länder haben die höchste Lebenserwartung? Das Handelsblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.
Lebenserwartung in Deutschland: So alt werden die Deutschen
Die durchschnittliche Lebenserwartung für im Jahr 2024 Geborene liegt in Deutschland bei 81 Jahren. Im internationalen Vergleich nimmt Deutschland damit einen Spitzenrang ein. Nur wenige Länder weisen eine höhere Lebenserwartung als die Bundesrepublik auf. Dazu zählen unter anderem Monaco, Japan, Singapur, Italien oder Schweden.
Wo werden die Menschen weltweit am ältesten?
Die Länder mit der höchsten Lebenserwartung, bei Geburt im Jahr 2024, sind San Marino und Hongkong. Dort lag das durchschnittliche Sterbealter laut DSW bei 85 Jahren. Dabei leben Frauen statistisch gesehen länger als Männer.
Das sind die Länder mit der weltweit höchsten Lebenserwartung in Jahren bei Geburt im Jahr 2024:
| Land | Lebenserwartung |
|---|---|
| San Marino | 85 |
| China, Hong Kong (SAR) | 85 |
| Liechtenstein | 84 |
| Monaco | 84 |
| Schweiz | 84 |
| Japan | 84 |
| Israel | 83 |
| Spanien | 83 |
| Luxemburg | 83 |
| Italien | 83 |
| Südkorea | 83 |
| Norwegen | 83 |
| Schweden | 83 |
| Australien | 83 |
| Frankreich | 83 |
Quelle: Datenreport der Stiftung Weltbevölkerung 2024
Darum ist die Lebenserwartung weltweit unterschiedlich
Es gibt einige demografische Kriterien, die Einfluss auf die Sterblichkeit nehmen. Einer der vermutlich wichtigsten Faktoren auf das zu erwartende Alter ist der medizinische Fortschritt eines Landes oder einer Region. Zudem gilt: Je wohlhabender eine Gesellschaft ist, desto höher ist auch das durchschnittliche Sterbealter.
Laut dem Statistischen Bundesamt wirken sich neben dem medizinischen Fortschritt auch neue Arzneimittel, die Prävention von typischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Gesundheitszustand der Bevölkerung auf die Lebensdauer aus. Hygiene, Bildung sowie Arbeits- und Lebensweise beeinflussen ebenfalls die Lebenserwartung.
Ein Beispiel: Menschen leben tendenziell am längsten in Ländern mit durchschnittlicher oder überdurchschnittlicher medizinische Versorgung, sicheren Einkommensverhältnissen und wenigen politischen Krisen. Dazu zählen etwa Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz.
Nigeria, Tschad und die Zentralafrikanische Republik gehören hingegen zu den Ländern mit der niedrigsten Lebenserwartung. Sie lag beispielsweise in Nigeria 2024 bei nur 54 Jahren.
Das sind die Länder mit der weltweit niedrigsten Lebenserwartung in Jahren bei Geburt im Jahr 2024:
| Land | Lebenserwartung |
|---|---|
| Tschad | 55 |
| Nigeria | 54 |
| Zentralafrikanische Republik | 57 |
| Lesotho | 57 |
| Südsudan | 58 |
| Somalia | 59 |
| Mali | 60 |
Quelle: Datenreport der Stiftung Weltbevölkerung 2024
Lebenserwartung bei der Geburt in Europa für Männer und Frauen
Innerhalb Europas fällt die Lebenserwartung der Bevölkerung unterschiedlich aus. Zwischen den Ländern mit den höchsten Alterswerten und den Ländern mit den niedrigsten liegen laut DSW 14 Jahre.
Auffällig ist, dass vor allem Menschen in den osteuropäischen Ländern die kürzeste Lebenserwartung innerhalb Europas haben. In der Republik Moldau (71 Jahre), in Bulgarien, Russland und der Ukraine (73 Jahre) leben die Menschen demnach am kürzesten.
Warum leben Frauen länger als Männer?
In Deutschland haben Frauen eine höhere Lebenserwartung von etwa fünf Jahren. Dem Max-Planck-Institut zufolge könnten dafür genetische Komponenten und auch der Lebensstil verantwortlich sein. So gehen nach Angaben des Instituts Frauen im Durchschnitt früher und häufiger zum Arzt, trinken tendenziell weniger Alkohol, rauchen seltener und würden mehr auf eine gesunde Ernährung achten. Außerdem seien Männer gerade in jungen Jahren risikobereiter, etwa im Straßenverkehr.
Dieser Artikel erschien bereits im November 2020. Der Artikel wurde am 30.04.2025 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.