Gastbeitrag: Warum die Zukunft nicht klassischen Telemedizinanbietern gehört
Videosprechstunden werden vor allem von bessergestellten Patienten in der Corona-Pandemie genutzt.
Foto: dpaIm Markt sehen wir aktuell den Trend, Telemedizintechnologien zu einer vertikal integrierten Wertschöpfungskette weiterzuentwickeln. Es gibt bereits einige Telemedizin-Player, die von Beginn an vertikal integriert aufgestellt sind und Ende-zu-Ende-Lösungen für bestimmte Behandlungsfelder anbieten.
Letzteres bezeichnen wir bei Heal Capital als vertikal integrierte Mikroanbieter oder kurz: VIMPROs (vertically integrated micro providers). Der Vorteil dieser Akteure liegt darin, die Stärken der klassischen Telemedizin zu nutzen und gleichzeitig Schwächen auszugleichen, indem Therapien wie digitale Therapeutika (DTx) oder verschreibungspflichtige Medikamente (Rx) erfolgreich dem Behandlungsablauf hinzugefügt werden – ein großartiges synergetisches Beispiel für das Prinzip „das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“.
VIMPROs haben das enorme Potenzial, sowohl reine Telemedizinanbieter als auch Anbieter digitaler Therapeutika langfristig zu ersetzen. Wie schaffen sie das?
VIMPROs haben einen deutlich besseren Marktzugang als reine DTx- oder Telemedizinunternehmen. Im DTx-Markt hängt der Zugang zu Patienten direkt von der Verschreibung durch einen Arzt ab, es gibt in der Regel keine direkte Patienteninteraktion vor einer Verschreibung oder Anwendung. Telemedizinanbieter haben zwar direkten Patientenzugang und können ihre Nutzerzahlen durch B2C-Marketing erhöhen.