Coronapandemie: Bund und Länder beschließen Updates für Corona-Warn-App
Berlin, Düsseldorf. Die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben sich am Mittwochabend auf weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie verständigt. In dem 15-seitigen Beschlusspapier werden neben weiteren Kontaktbeschränkungen auch drei weitere Updates für die Corona-Warn-App in den kommenden sechs Wochen angekündigt.
Der Warnprozess soll vereinfacht werden. Außerdem sollen Nutzer animiert werden, andere bekannte App-Nutzer zu informieren, wenn sie selbst positiv getestet wurden. Dafür soll die App automatische Erinnerungen an die Nutzer schicken, heißt es in dem Papier.
Außerdem werde ein Mini-Dashboard mit aktuellen Informationen zum allgemeinen Infektionsverlauf integriert. Die Regierungschefs betonen, dass der Nutzen der App steigen werde: Die Bluetooth-Schnittstelle, die Apple und Google für die Corona-Warn-App bereitstellen, wurde aktualisiert. Das verbessert die Messgenauigkeit, also inwieweit man Kontakt zu einem anderen App-Nutzer hatte. Zudem sollen Nutzer häufiger ihre Daten mit denen von Kontaktpersonen abgleichen können, um bei Risikokontakten schneller gewarnt zu werden.
Bund und Länder zeigen sich mit diesen Maßnahmen für die Corona-Warn-App nicht sonderlich experimentierfreudig. Die beschriebenen Maßnahmen waren allesamt bereits im Voraus eingeplant oder zumindest in Aussicht gestellt worden.
Forderungen von Epidemologen und Politikern, etwa eine Cluster-Nachverfolgung zu integrieren, fanden sich zwischenzeitlich in Beschlussvorlagen mancher Länder – in der endgültigen Version hingegen nicht mehr.
Die am Mittwochnachmittag veröffentlichte aktualisierte Version der Corona-Warn-App führt alle sechs Stunden eine Risikoüberprüfung durch. Bislang erfolgte die Aktualisierung nur einmal am Tag. Außerdem erhalten positiv getestete Nutzer mit der aktuellen Version eine Erinnerung, wenn sie ihr Testergebnis noch nicht geteilt haben.
Digitale Unterstützung für Impfstrategie
Weitere Umsetzungen, wie die Einbindung eines Kontakttagebuchs und einer digitalen Anmeldefunktion für Gaststätten und bei Veranstaltungen, würden aktuell geprüft und sollen im kommenden Jahr zügig umgesetzt werden, heißt es im Beschlusspapier. Die Bund-Länder-Konferenz erwägt außerdem eine Funktion, mit der Nutzer optional zusätzliche Daten hinterlegen können, „um die Nachvollziehbarkeit und Austausch mit den Gesundheitsbehörden zu verbessern“.
Auch für die Impfstrategie von Bund und Ländern soll es digitale Unterstützung geben. Während die Länder ihre Impfzentren aufbauen, soll die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) beauftragt werden, „standardisierte Module zur telefonischen und digitalen Terminvereinbarung“ zur Verfügung zu stellen, heißt es in dem Beschlusspapier.
Zudem soll der Bund ein elektronisches Verfahren zur Ermittlung von Impfquoten und für Post-Marketing-Studien, also Untersuchungen nach Inverkehrbringen des Impfstoffs, zur Sicherstellung der Arzneimittelsicherheit erarbeiten.