US-Staatsbonds: Höhere US-Anleiherenditen machen Investoren nervös
Die steigenden Anleiherenditen sind auch an der Aktienbörse ein Thema.
Foto: BloombergFrankfurt. In den USA herrscht Alarmbereitschaft. Am nächsten Mittwoch wird Joe Biden als neuer US-Präsident vereidigt – nur zwei Wochen nachdem ein wütender Mob das Kapitol gestürmt hat. Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser nannte den Aufstand einen „beispiellosen Terrorangriff“.
Eigentlich wäre dies ein Umfeld, in dem Investoren an den Finanzmärkten ihr Geld aus Aktien in Anleihen umschichten. Doch das Gegenteil ist der Fall: Die Anleihekurse vor allem in den USA fallen und fallen.
Im Gegenzug ist die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen am Tag des Sturms auf das Kapitol vor gut einer Woche zum ersten Mal seit Mitte März vergangenen Jahres über die Marke von einem Prozent gestiegen. Seither zog sie noch weiter an auf zwischenzeitlich über 1,15 Prozent.
Das entspricht seit Jahresanfang einem Renditeanstieg um rund 0,2 Prozentpunkte und einem Kursverlust von rund zwei Prozent. Das klingt nicht nach viel, ist aber für US-Staatsanleihen eine deutliche Bewegung innerhalb so kurzer Zeit.
Carsten Klude, Chefanlagestratege bei der Privatbank M.M. Warburg, stellt fest: „Statt einer Flucht in die Sicherheit sehen wir eine Flucht aus der Sicherheit.“ Das ist umso erstaunlicher, weil das Umfeld mit den Unruhen in den USA bei gleichzeitig weiter steigenden Corona-Infektionen Anleger eigentlich dazu bringen müsste, ihr Geld in Anleihen anzulegen, bei denen sie zumindest von einer Rückzahlung des Kapitals ausgehen können.