Immobilienfinanzierer: Die Aareal Bank plant trotz ihrer Verluste eine Dividende
Die Bank muss auf ein schlechtes Corona-Jahr zurückblicken.
Foto: dpaFrankfurt. Lange zeigte sich die Wiesbadener Aareal Bank der Coronakrise zum Trotz optimistisch. Noch im August ging das auf die Finanzierung von Büros und Hotels spezialisierte Institut von einem Gewinn im mittleren bis oberen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich aus. Im November war dann noch von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag die Rede. Am Sonntag gestand das Institut nun ein, dass es im Gesamtjahr rote Zahlen schreiben wird. 2019 hatte die Bank noch 248 Millionen Euro verdient.
Infolge einer höheren Risikovorsorge für drohende Kreditausfälle entstand im vergangenen Jahr ein Verlust in zweistelliger Millionenhöhe, teilte das Institut mit. Weil Finanzchef Marc Heß aber gleichzeitig eine Dividende für 2020 in Aussicht stellte, hielten Anleger der Wiesbadener Bank die Stange. Die im MDax notierten Aktien legte am Montag um rund 7,7 Prozent auf 21,50 Euro zu. „Wir haken das Pandemie-Jahr 2020 mit einer umfassenden Vorsorgemaßnahme für Covid-19-bedingte Risiken ab“, erklärte Heß.
Die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank hatten viele Banken in den vergangenen Wochen dazu gedrängt, ihre Risiken konservativer zu beurteilen. Durch die verschärften Lockdown-Maßnahmen haben sich die wirtschaftlichen Aussichten zuletzt verschlechtert und damit die Ausfallrisiken für Kredite erhöht. Das gilt auch für gewerbliche Immobilienfinanzierungen. Die Aareal Bank hat viele Hotels und Bürogebäude finanziert.