Thomas Althoff: Kölner Luxushotelier fühlt sich in Coronakrise allein gelassen – und wirft Bund Wortbruch vor
Von den versprochenen Coronahilfen ist bislang nichts angekommen.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Noch immer umstellen Baugerüste das Dom Hotel vis-à-vis der Kölner Kathedrale. Das fast 130 Jahre alte Herbergsgebäude erwies sich bei der 2016 begonnenen Renovierung als derart marode, dass Betreiber Thomas Althoff das Fünf-Sterne-Grandhotel erst 2023 übernehmen kann – und damit zwei Jahre später als geplant.
Doch was zunächst aussah wie ein Rückschlag, entpuppt sich in diesen Tagen für den Kölner Hotelier als Glücksfall: Denn eine rechtzeitige Eröffnung hätte ihm kaum mehr eingebracht als zusätzliche Kosten. Und die laufen für Althoff schon jetzt erheblich aus dem Ruder.
Wegen Corona hat er bis auf eine Ausnahme alle seine 18 Häuser schließen müssen, darunter auch das Bergisch Gladbacher Schloss Bensberg mit Joachim Wisslers Drei-Sterne-Küche. Nur ein Nobelhotel im Schweizer Davos, wo Touristen weiterhin erlaubt sind, hält der 67-jährige Unternehmer noch geöffnet. „Weil es keine Tagungen mehr gibt und Privatübernachtungen untersagt sind, lohnt sich der Betrieb für uns in Deutschland nicht“, berichtet Althoff.
Dass die Bundesregierung den Lockdown am vergangenen Dienstag bis zum 14. Februar verlängert hat, kann dem gebürtigen Wuppertaler keineswegs gefallen: „Es ist noch nicht einmal abzusehen“, hadert er, „ob es am Ende beim 14. Februar bleibt.“