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Private EquityLeon Black tritt als Chef von Apollo Global Management zurück

Nach einer unabhängigen Untersuchung über seine Beziehung zu Jeffrey Epstein räumt Black seinen Posten als Vorstandschef. Er bleibt jedoch Chairman des Finanzinvestors.Katharina Kort 26.01.2021 - 16:28 Uhr aktualisiert Artikel anhören

1990 gründete er Apollo Global Management, unter anderem mit seinem baldigen Nachfolger.

Foto: Reuters

New York. Auch anderthalb Jahre nach seinem Tod beendet der Hedgefonds-Manager und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein noch Karrieren: Diese Woche hat der Gründer und Vorstandschef der Private-Equity-Firma Apollo Global Management, Leon Black, angekündigt, dass er im Juli sein Amt niederlegt und sich mit dem Chairman-Posten begnügt. Nachfolger des 69-jährigen Milliardärs wird sein Mitgründer Marc Rowan.

Grund für Blacks Rücktritt ist das Ergebnis einer unabhängigen Untersuchung der Anwaltskanzlei Dechert: Die hat ergeben, dass Black zwischen 2012 und 2017 für Finanzberatungen insgesamt 158 Millionen Dollar an Epstein gezahlt hat – obwohl er wusste, dass sich sein Berater schuldig bekannte, 2008 eine Minderjährige missbraucht zu haben.

Es sei falsch gewesen, erklärte Black, der in der Finanzszene eine echte Größe ist. 1990 hatte er Apollo Global Management gegründet. Sein Vermögen wird heute auf neun Milliarden Dollar geschätzt.

Die 158 Millionen Dollar, die er an Epstein gezahlt haben soll, übersteigen die bisher in die Medien kolportierte Summe um das Dreifache. Apollo hatte die Kanzlei vor allem auf Druck von Kunden mit der Untersuchung beauftragt. Die wollten wissen, wie eng die Beziehung zwischen Black und Epstein wirklich war. Beide kannten sich schließlich seit Jahrzehnten. Während der Apollo-Gründer von einer „limitierten Beziehung“ sprach, die sich rein auf Finanzberatung beschränkte, berichteten Medien von häufigen Abendessen und anderen gesellschaftlichen Anlässen.

Auf jeden Fall floss viel Geld, sowohl für Dienstleistungen wie Finanzplanung als auch für eine Stiftung von Epstein. Die Untersuchung hat jedoch „keine Hinweise gefunden, dass Herr Black zu irgendeinem Zeitpunkt in die kriminellen Aktivitäten von Epstein involviert war“. Black sei der Ansicht gewesen, dass sein finanzieller Vorteil durch die Beratung Epsteins zwischen einer und zwei Milliarden Dollar betragen hat, heißt es in dem Bericht. Zeugen hätten diese Einschätzung bestätigt.

Epstein gibt geliehene Summe nur teils zurück

Zuvor hatte Apollo mitgeteilt, dass Black 2018 seine Verbindungen zu Epstein wegen eines Streits über eine Finanzierung gekappt habe. Black soll Epstein außerdem zwischen 2013 und 2017 insgesamt 30,5 Millionen Dollar für einen Kunstkauf geliehen haben. Doch als Black das Geld 2018 zurückverlangte, soll Epstein nur zehn Millionen Dollar bezahlt haben, obwohl der Apollo-Chef mehrfach auf die Rückzahlung gedrängt habe, heißt es in dem Bericht.

Staatsanwälte hatten Epstein vorgeworfen, auch nach seiner ersten Verurteilung minderjährige Mädchen aus armen Verhältnissen mit falschen Versprechen sexuell ausgebeutet zu haben. Der New Yorker Finanzier, zu dessen Freunden lange Zeit auch die Ex-Präsidenten Bill Clinton und Donald Trump gehörten, hat sich noch während des Prozesses im Gefängnis in New York umgebracht. Mit seinen Aussagen hätte Epstein viele Mitglieder der High Society in Verlegenheit bringen können.

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