Famedly: Gründer-Duo erhält frisches Kapital für WhatsApp-Alternative für Ärzte
Berlin. Als Famedly-Gründer Phillipp Kurtz während seines Medizinstudiums ein praktisches Jahr in einem Krankenhaus absolvierte, kam ihm ein Gedanke, der ihn bis heute antreibt. Er musste auf der Station Faxpapier suchen, um Informationen über seine Patienten empfangen zu können. „Da dachte ich: Es kann ja nicht sein, dass das immer noch so abläuft“, sagt er.
Das war im Jahr 2018. Kurz darauf gründete er gemeinsam mit seinem Studienfreund Niklas Zender das Berliner Start-up Famedly, das eine App entwickelt hat, über die Krankenhausangestellte Nachrichten austauschen können. Kurtz hat sich zur Aufgabe gemacht hat, auf diese Weise Faxpapier in Krankenhäusern weitestgehend abzuschaffen.
Dafür hat das Start-up seine erste Finanzierungsrunde abgeschlossen und Seed-Kapital in Höhe von 600.000 Euro eingesammelt. Investiert hat Aqua, ein Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen.
Mit Famedly drängt damit ein weitere Kommunikations-App auf den Markt. Eine der größten Anbieter ist das niederländische Start-up Siilo mit rund 250.000 Nutzern, das auch in Deutschland aktiv ist. Zu den Investoren zählt unter anderem der von den privaten Krankenkassen getragene Risikokapitalfond Heal Capital. Weitere Anbieter sind MediOne, Beerkeeper und das Ärztenetzwerk Coliquio. Auch das US-Vorbild WhatsApp kommt im Gesundheitsbereich wegen seiner Praktikabilität immer wieder zum Einsatz, bringt aber große Gefahren in puncto Datenschutz mit sich.