Gematik: Gesellschafter laufen Sturm gegen TI-Pläne – Leyck Dieken kontert
Markus Leyck Dieken ist Hauptgeschäftsführer der Gematik, die im Auftrag des Gesetzgebers federführend für die Digitalisierung des Gesundheitswesens verantwortlich ist.
Foto: gematik GmbH / Marc-Steffen UngerBerlin, Düsseldorf. Die Pläne der Gematik, die Telematikinfrastruktur (TI) bis zum Jahr 2025 neu auszurichten, sorgen für erheblichen Widerstand vonseiten der Gesellschafter. In einem Brandbrief werfen sie der Gematik unter anderem ein „unabgestimmtes Vorgehen“ vor. Der Grund ist ein Whitepaper mit Details zu den TI-Plänen, das die Gematik Ende Januar veröffentlichte – „explizit entgegen“ einem Gesellschafterbeschluss, heißt es in dem Brief, der Handelsblatt Inside vorliegt.
Mit dem Beschluss wurde die Gematik Ende November unter anderem damit beauftragt, eine zeitliche Planung und eine Machbarkeitsanalyse zur Neuausrichtung der TI zu erstellen und diese dann der Gesellschafterversammlung erneut vorzustellen. Dass die Gematik die Pläne allerdings veröffentlichte, kritisieren die Gesellschafter als „vorschnell“ und „völlig kontraproduktiv“. Es habe „erboste Anrufe“ von Ärzten und Zahnärzten gegeben, heißt es in dem Brief.
Der „gemeinschaftliche Grundgedanke“ der Gematik sei mit dem Vorgehen „beschädigt“ und grundsätzliche konterkariert worden. „Wir erwarten, dass die Gematik klarstellt, dass das veröffentlichte Whitepaper als eine nicht mit den Gesellschaftern abgestimmte Ideensammlung zu verstehen ist, die in den nächsten Wochen und Monaten mit den zuständigen Organisationen diskutiert werden wird“, so die Forderung.