Psychische Gesundheit: Apps helfen Kindern und Jugendlichen durch die Krise
Immer mehr App-Hersteller entwickeln Programme, um die Konzentration bei Kindern zu fördern.
Foto: obsDüsseldorf. Ein knappes Jahr nach Beginn der Coronapandemie leidet fast jedes dritte Kind in Deutschland an psychischen Auffälligkeiten wie Niedergeschlagenheit oder Bauchschmerzen. Betroffen seien vor allem Kinder aus armen Familien oder mit einem Migrationshintergrund. Zu diesen Ergebnissen kommt die Corona-und-Psyche-Studie (COPSY) des Universitätsklinikums Hamburg.
Eltern, Kinder und Jugendliche suchen im zweiten Lockdown zunehmend auf digitalem Weg Hilfe. Das beweisen Nutzerzahlen von Start-ups wie Aumio oder gemeinnützigen Organisationen wie Krisenchat.de. Psychotherapeuten bleiben diesen Alternativen gegenüber jedoch skeptisch.
Kai Lanz ist Gründer der gemeinnützigen Organisation „krisenchat.de“, in dem bis zu 200 Jugendliche zwischen neun und 19 Jahren täglich Hilfe suchen. Sie klagen über Ängste, Depressionen, häusliche Gewalt oder Kindesmissbrauch. Seit April des vergangenen Jahres wurden insgesamt 7000 Nutzer beraten. Die Hälfte aller Ratsuchenden gab an, noch nie ein Hilfsangebot in Anspruch genommen zu haben. „Zwanzig Prozent aller Hilfesuchenden haben Suizidgedanken“, berichtet Lanz.
1500 Ehrenamtliche sind auf der Plattform registriert, 200 von ihnen sind seit vier Wochen permanent im Einsatz, darunter Psychologen, Psychotherapeuten und Sozialarbeiter. Der Gründer hat eine Web-App gebaut, über die sich Experten einloggen können, um mit den Jugendlichen via WhatsApp oder SMS zu chatten.