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VolksbankenKunden der Volks- und Raiffeisenbanken heben seltener Bargeld ab

Die Zahl der monatlichen Barabhebungen bei Genossenschaftsbanken ist seit Anfang 2020 um ein Viertel gesunken. Parallel dazu steigen die Zahlungen mit der Girocard.Elisabeth Atzler 31.05.2021 - 16:32 Uhr Artikel anhören

Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken heben im Zuge der Coronakrise deutlich seltener Bargeld ab.

Foto: imago images/Stefan Zeitz

Frankfurt. Die Corona-Pandemie wirkt sich auf die Intensität der Nutzung von Geldautomaten aus. Das zeigen Daten der Volks- und Raiffeisenbanken. Die Zahl der monatlichen Barabhebungen ist von Januar 2020 bis April 2021 um ein Viertel auf 25 Millionen gesunken, so der IT-Dienstleister der Genossenschaftsbanken, Fiducia GAD.

Fiducia-GAD-Chef Martin Beyer sagte dem Handelsblatt: „Wir sehen seit Ausbruch der Coronakrise einen deutlichen Rückgang der Barabhebungen.“ Nicht ganz so stark ist die Bewegung bei den monatlichen Volumina. Sie sanken von Januar 2020 bis April 2021 um elf Prozent auf 6,5 Milliarden Euro.

Parallel stiegen die Zahlungen mit der Girocard, besser bekannt unter dem alten Namen „EC-Karte“, auf 100 Millionen pro Monat. Beyer rechnet damit, „dass es vorerst in etwa bei diesem Niveau bleiben wird“. Zuletzt sei die Zahl der Girocard-Transaktionen nur noch leicht gestiegen.

Verschiedenen Erhebungen zufolge zahlen viele Verbraucher in Deutschland nach wie vor gerne mit Scheinen und Münzen. Die Bargeldnutzung geht aber seit Längerem zurück, die Coronakrise hat diese Entwicklung beschleunigt.

Laut einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI sank der Umsatzanteil von Barzahlungen an der Ladenkasse 2020 auf knapp 41 Prozent. Im Vorjahr machten Barzahlungen noch 47 Prozent am Umsatz aus. Mit Blick auf einzelne Transaktionen dominiert Bargeld aber weiterhin: Zwei Drittel ihrer Einkäufe beglichen die deutschen Verbraucher und Verbraucherinnen mit Scheinen und Münzen. 2019 waren es noch fast drei Viertel.

Fiducia GAD ist der zentrale IT-Dienstleister der rund 800 Volks- und Raiffeisenbanken sowie für einige weitere, teils auch genossenschaftliche Institute. Das Unternehmen wird sich per September umbenennen in „Atruvia“. Der gesamte Konzern zählt – inklusive mehrerer Tochterfirmen – rund 7400 Beschäftigte.

Neue Banking-App startet im Herbst

Das Zahlen per Smartphone steht dagegen noch ganz am Anfang, was auch bei den Volks- und Raiffeisenbanken deutlich wird. Über die digitale Girocard, die man auf Android-Geräten der Banking-App der Genossenschaftsbanken hinterlegen kann, gebe es monatlich knapp 520.000 Zahlungen, so Beyer. „Das ist noch keine Erfolgsgeschichte. Die Entwicklung hin zum Zahlen per Smartphone verläuft langsam.“

Zur Nutzung von Apple Pay durch Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken äußerte sich Beyer nicht. Anders als bei den Sparkassen können Kunden bei Apple Pay, dem Bezahldienst des Tech-Konzerns Apple, nicht die Girocard hinterlegen.

Der Fiducia-GAD-Chef sieht „gute Chancen, dass die Girocard künftig auch für Onlinezahlungen nutzbar sein wird“. „Aber es ist technisch anspruchsvoll, das umsetzen. Es laufen Gespräche dazu, aber es ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen.“

Mitte Mai haben die deutschen Geldhäuser ihre beiden Online-Bezahldienste Paydirekt und Giropay auch technisch zusammengelegt, es ist Teil eines Projekts namens #DK. Beide kommen nur auf einen sehr kleinen Marktanteil. Online zahlen deutsche Verbraucher am liebsten per Rechnung und über Paypal.

Aus Beyers Sicht ist die Bündelung von Paydirekt und Giropay aber ein „wichtiger und richtiger Schritt“. „Ich glaube daran, dass #DK ein Erfolg wird, aber wir müssen einen langen Atem haben und Geschlossenheit in der #DK zeigen.“

Fiducia GAD steht kurz vor dem Start einer neuen Banking-App für Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken. Im Juni beginnt eine Testphase, in der vor allem Bankmitarbeiter die neue App nutzen. Ende des dritten Quartals solle die App bundesweit für alle Bankkunden bereitstehen, so Beyer. Auch das Onlinebanking für private Kunden wird bis Ende des Jahres überarbeitet.

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Bei beiden Übergängen sollen einige Wochen parallel die bisherige App und das bisherige Onlinebanking laufen. Für Firmenkunden gibt es bereits ein neues Onlinebanking. Etwa die Hälfte der 30 Millionen Bankkunden nutzt laut Fiducia GAD das Onlinebanking, aber nur zehn Prozent nutzen regelmäßig die App.

Beyer, der seit September 2019 an der Unternehmensspitze steht, hatte vor einem Jahr angekündigt, dass Fiducia GAD verstärkt mit Finanz-Start-ups zusammenarbeiten will. An der Absicht halte man auch fest, so Beyer. „Derzeit gibt es noch keine größeren Kooperationen und Beteiligungen. Aber wir sind auf der Suche nach einem Partner, um eine Cloud-basierte Entwicklungsplattform aufzubauen. Hier kommen sowohl Fintechs als auch große Tech-Konzerne als Partner infrage.“

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