Zahlungsverkehr: Verbraucher zahlen an der Ladenkasse nach wie vor am liebsten mit Bargeld
Der Anteil von Barzahlungen an der Ladenkasse sinkt zwar. Noch aber begleichen deutsche Verbraucher die meisten Einkäufe in bar.
Foto: dpaFrankfurt. Die Corona-Pandemie treibt die Abkehr vom Bargeld. Laut einer Erhebung des EHI-Handelsforschungsinstituts sank der Umsatzanteil von Barzahlungen an der Ladenkasse 2020 auf knapp 41 Prozent. Im Vorjahr machten Barzahlungen noch 47 Prozent am Umsatz aus.
Mit Blick auf einzelne Transaktionen dominiert Bargeld aber weiterhin – wenngleich nicht mehr so sehr wie zuvor. Zwei Drittel ihrer Einkäufe beglichen die deutschen Verbraucher und Verbraucherinnen mit Scheinen und Münzen. 2019 waren es noch fast drei Viertel.
Die Deutschen gelten als Bargeldliebhaber. Gerade in nordeuropäischen Ländern favorisieren Verbraucher dagegen seit Längerem Kartenzahlungen.
Die EHI-Studie basiert auf Daten von Händlern. Das EHI befragt dafür zahlreiche Einzelhändler mit einem Gesamtumsatz von gut 250 Milliarden Euro.
Auch Verbraucherumfragen bestätigen die Abwendung vom Bargeld, die durch die Coronakrise beschleunigt wird. Die Veränderung ist seit Längerem in Gang, die Corona-Pandemie sorgt für mehr Tempo. So hatte eine Erhebung der Bundesbank im Herbst ergeben, dass vor allem kleinere Beträge noch oft mit Bargeld beglichen werden.
Bargeld: Statt 50 Prozent zahlen nur noch 32 Prozent der Deutschen bar
Gemessen am Wert aller Transaktionen lag der Baranteil demnach nur noch bei 32 Prozent. Vor drei Jahren waren es noch knapp 50 Prozent. Der Wert bezieht sich allerdings sowohl auf Zahlungen an der Ladenkasse als auch auf Interneteinkäufe.
Das EHI stellt zudem fest, dass Kunden 2020 pro Einkauf deutlich mehr Geld ausgaben, aber seltener einkaufen gingen. Diese größeren Einkäufe bezahlen Verbraucher häufiger per Karte – „besonders am Anfang der Pandemie wurde kontaktloses Bezahlen als hygienisch bevorzugte Zahlungsart propagiert“, so das EHI.
Viele Läden fordern ihre Kunden derzeit auf, auf Bargeld zu verzichten – in der Annahme, dass Kartenzahlungen hygienischer sind. Offenbar kommen dem Appell auch zahlreiche Kunden nach.
So stieg der Umsatzanteil an Kartenzahlungen 2020 laut EHI auf 56 Prozent – von knapp 51 Prozent im Vorjahr. Verbraucher nutzen dabei vor allem die Girocard, früher „EC-Karte“ genannt. Von mehr klassischen Kartenzahlungen profitieren die Banken und Sparkassen, die je Transaktion eine kleine Gebühr erhalten.