Deutsche Bahn: GDL-Chef: Lokführer-Streiks werden „härter und länger“ als bisher
„Kommt kein Angebot, gehen wir in den Ausstand, so dass die Kunden der Bahn massive Einschränkungen spüren werden.“
Foto: imago/Reiner ZensenBerlin. Die Lokführergewerkschaft GDL kündigt einen massiven Arbeitskampf an. „Die Streiks werden härter und länger als in der Vergangenheit“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Donnerstag zu „T-Online“, ohne jedoch einen genauen Termin zu nennen. „Ich kann Streiks in den Sommerferien nicht ausschließen. Das kann nur die Bahn.“ Sie müsse ein Angebot auf den Tisch legen, das es verdiene, verhandelt zu werden. „Es liegt allein an der Bahn, Arbeitskampfmaßnahmen zu verhindern.“
Tausende Lokomotivführer und Zugbegleiter würden in den Streik eintreten, „weil sie die Nase voll haben von einer Geschäftsführung, die nur an sich denkt und die Schuld auf die Mitarbeiter abwälzen will“, sagte Weselsky. „Kommt kein Angebot, gehen wir in den Ausstand, so dass die Kunden der Bahn massive Einschränkungen spüren werden.“
Eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte dem Handelsblatt: „Die DB ist bereit, sofort an den Verhandlungstisch zu kommen und eine Lösung zu finden.“ Sie forderte die GDL auf „sofort an den Verhandlungstisch zurückzukehren“. Eine Einigung bleibe möglich und sei eigentlich zum Greifen nahe. „Die Bahn hat fundierte Angebote gemacht“, betonte die Sprecherin.
Beide Seiten haben sich zuletzt gegenseitig für ein Scheitern der Tarifverhandlungen verantwortlich gemacht. Die GDL fordert Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von rund 3,2 Prozent. Nach Lesart der Bahn summieren sich die gesamten Forderungen der Lokführer aber auf etwa das Dreifache davon.