Management: Wissenschaftler haben entschlüsselt, wie Innovationen weltweit erfolgreich gedeihen
Wie kann der Staat Innovationen besser fördern, um relevante gesellschaftliche Probleme zu lösen?
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- Deutschland gehört zwar zu den innovativsten Ländern der Welt – doch der Abstand zur Spitze wächst. Dabei investiert der deutsche Staat vergleichsweise hohe Summen in Forschung und Entwicklung.
- Wissenschaftler haben nach Mustern gesucht, wann Innovationsprozesse erfolgreich verlaufen und wann sie scheitern. Wie genau sieht dieser Innovationscode aus?
- Das Handelsblatt stellt fünf ausgewählte Best-Practice-Beispiele aus aller Welt vor, mit denen sich typische Probleme bei Innovationen in Deutschland lösen ließen.
Es war ein kleiner Satz für einen Präsidenten, aber ein großer Sprung für das Innovationsmanagement. „Ich glaube, dass diese Nation sich dazu verpflichten sollte, noch vor dem Ende dieses Jahrzehnts das Ziel zu erreichen, einen Menschen auf dem Mond landen zu lassen“, sagte John F. Kennedy am 25. Mai 1961.
Wenige Monate vor Ablauf dieser Frist gelang das Projekt. „Bis heute gilt das US-Mondprogramm als Musterbeispiel für eine erfolgreiche staatliche Missionsorientierung“, sagt Jakob Edler, Leiter des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe.
Missionsorientierung: Hinter diesem Begriff verbirgt sich das neue Managementmantra, mit dem ganze Staaten ihre Innovationskraft boosten sollen. Statt einfach nur mehr oder weniger beliebige Förderprogramme aufzulegen, sollen Regierungen lieber einige wenige gesellschaftliche Schlüsselziele definieren und die dann zusammen mit Unternehmen und Forschungsinstituten so lange weiterverfolgen, bis sie im besten Fall vermelden können: Mission erfüllt.
Der Staat übernimmt bei diesem Konzept eine deutlich aktivere Rolle als sonst bei Innovationen üblich. Er benennt Erfolgskriterien und Deadlines, vergibt Forschungsaufträge, schafft einen Markt für innovative Produkte und unterwirft seine Mission schließlich einer rigorosen Erfolgskontrolle.