Serie „Decentralized Finance“ (8): Die Defi-Branche alarmiert Regulierer weltweit
Regulierer in den USA und Europa haben das dezentrale Finanzsystem, kurz Defi, im Blick.
Foto: ReutersNew York, Frankfurt. Auch wenn der Bereich noch klein ist, bereitet er Regulierungsbehörden rund um den Globus schon jetzt Bauchschmerzen: Die Rede ist von Decentralized Finance (Defi). Basierend auf der Technologie, die auch hinter Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether steckt, entwickeln junge Unternehmen aus der Kryptowelt gerade ein System, das zur Parallelwelt neben dem herkömmlichen Finanzsystem werden könnte. Das dezentrale Netzwerk könnte langfristig alte Finanzriesen überflüssig machen und ermöglicht es schon jetzt, wichtige Vorschriften zum Thema Geldwäsche und Anti-Terror-Finanzierung zu umgehen – die Aufseher sind alarmiert.
Der Grund liegt im Kern der Defi-Idee: Anwendungen und Handelsplätze im dezentralen Finanzsystem sind bewusst so aufgebaut, dass Mittelsmänner und zwischengeschaltete Institutionen technologisch nicht mehr nötig sind. So können die Nutzer Transaktionen tätigen, Geld leihen oder verleihen oder Finanzprodukte handeln, ohne dass Dritte am Prozess beteiligt sind. Das funktioniert über sogenannte Smart Contracts, die auf der Blockchain festgeschrieben sind.
Genau diese Kernfunktion von Defi wird für die Aufseher zum Problem. Denn um Verbraucher zu schützen oder Geldwäsche zu verhindern, setzten Regulierer weltweit bislang meist auf eine Kontrolle jener zwischengeschalteten Instanzen, da dort die relevanten Daten zusammenlaufen.