Serie „Decentralized Finance“ (9): Wyoming, Luxemburg und Liechtenstein: Diese Regionen locken Krypto-Firmen an
Das Wahrzeichen des Hauptortes in Liechtenstein. Das Fürstentum gehört zu den Vorreitern im Kryptogeschäft.
Foto: ReutersDenver, Frankfurt. Caitlin Long setzt ganz aufs Cowboyimage. Wenn die Chefin der Kryptobank Avanti in diesen Tagen bei Onlinekonferenzen auftritt, hat sie eine Skulptur wilder Pferde gut sichtbar im Hintergrund positioniert. Gerne zeigt sich die frühere Wall-Street-Bankerin heute mit Cowboyhut und Stiefeln. Avanti ist schließlich in Wyoming beheimatet, wo man stolz seine Wurzeln zur Schau stellt.
Der republikanische Bundesstaat im Westen der USA hat sich als Kryptoparadies etabliert. Nirgendwo sonst im Land gibt es so viele Gesetze, die der schnell wachsenden und umstrittenen Branche regulatorische Vorteile bieten.
Doch der Kampf um das Geschäft der Kryptounternehmer und -investoren wird längst international ausgetragen. Auch europäische Länder wie Luxemburg und Liechtenstein positionieren sich als Magneten für die Branche und wagen eine schwierige Balance: Sie kommen den Kryptofirmen zu einer Zeit entgegen, in der wichtige Finanzregulierer und Steuerbehörden in Europa und den USA ihren Ton verschärfen.
26 Gesetze hat Wyoming in den vergangenen drei Jahren verabschiedet, die der Kryptobranche das Leben erleichtern sollen. Herzstück ist eine neue Art der Bankenlizenz für Kryptoinstitute. Die sogenannte Special Purpose Depository Institutions erlaubt es zum einen, dass Kunden Bargeld bei den Kryptobanken parken können, wie bei herkömmlichen Geldhäusern. Sie können jedoch auch Kryptotransaktionen über die Banken durchführen und ihre digitalen Währungen dort aufbewahren.