Weißrussland: Vermisster weißrussischer Aktivist in Kiew tot aufgefunden
Der Aktivist Schischow war im vergangenen Jahr aus Angst vor den autoritären Behörden seines Landes nach Kiew geflohen, nachdem er an regierungskritischen Protesten teilgenommen hatte.
Foto: dpaKiew. Ein kürzlich vermisst gemeldeter weißrussischer Aktivist ist in der ukrainischen Hauptstadt Kiew tot aufgefunden worden. Witali Schischow sei am Dienstag erhängt in einem Park in der Nähe seines Wohnorts entdeckt worden, teilte die Kiewer Polizei mit.
Schischow leitete die Organisation „Belarussisches Haus in der Ukraine“, die Exil-Weißrussen beim Ankommen hilft. Die Organisation hatte am Montag bekannt gegeben, dass Schischow vom Joggen nicht zurückgekehrt sei. Zuvor hatte er Medienberichten zufolge darüber geklagt, sich verfolgt zu fühlen.
Die Polizei ermittelt eigener Aussage zufolge wegen Mord. Dabei werde neben anderen Möglichkeiten auch dem Verdacht nachgegangen, dass es sich um einen als Suizid getarnten Mord handeln könnte. In der Nähe von Schischows Leiche seien persönliche Gegenstände und sein Mobiltelefon gefunden worden.
Schischow war Angaben des „Belarussischen Hauses“ zufolge im vergangenen Jahr aus Angst vor den autoritären Behörden seines Landes in die Ukraine geflohen, nachdem er an regierungskritischen Protesten teilgenommen hatte.
Lukaschenko geht gegen die Opposition vor
Der weißrussische Präsident Lukaschenko ließ zuletzt zudem mit einem Kampfflugzeug eine Passagiermaschine beim Überflug über Weißrussland abfangen und nach der erzwungenen Landung einen bekannten Oppositionellen und dessen Freundin festnehmen. Westliche Staaten haben deshalb Sanktionen gegen die Regierung in Minsk erlassen.
Vergangenen August wurde Lukaschenko nach offiziellen Angaben wiedergewählt, die Opposition geht von Wahlbetrug aus. Gegen die monatelang anhaltenden Massenproteste ging Lukaschenko mit dem massiven Einsatz von Sicherheitskräften vor, Hunderte Menschen wurden verhaftet.