Arbeitswelt nach der Pandemie: Dieser Stanford-Professor fordert mehr Gehalt für alle, die nicht im Home-Office arbeiten können
„Wir müssen kreativ werden.“
Foto: HandelsblattDüsseldorf. In den vergangenen Monaten hat Nicholas Bloom ein paar Dutzend internationalen Top-Managern einen radikalen Vorschlag präsentiert: Sie sollten allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die nicht im Homeoffice arbeiten können, pauschal das Gehalt erhöhen. Fünf bis zehn Prozent Jahresbonus seien eine realistische Kompensation, rechnete der Stanford-Ökonom vor und stützte sich auf Studienmaterial. Die Reaktionen, so Bloom im Gespräch mit dem Handelsblatt: verhalten.
Der preisgekrönte Professor ist nicht irgendwer in der Homeoffice-Debatte. Bloom und sein Team haben in der Pandemie mehr als 30.000 Amerikaner im arbeitsfähigen Alter zum Remote-Trend befragt. Ein Ergebnis: Das Homeoffice wird nach Corona nicht einfach wieder verschwinden. Und: Das Zuhause-Privileg ist vielen Angestellten als zusätzliches Zuckerl ans Herz gewachsen. Und zwar so sehr, dass – wie Bloom durch seine Umfragen feststellen konnte – zwei Tage Homeoffice als Zusatzleistung etwa gleichzusetzen sind mit einer Gehaltserhöhung von sieben bis acht Prozent.
Also, so die Schlussfolgerung des Ökonomen, müssten all diejenigen, die nicht von zu Hause aus arbeiten können, in dieser Höhe entschädigt werden.