ESG-Standards: Europas Fondsbranche schaltet auf Grün: Warum Deutschland hinterherläuft
Nachhaltige Investments boomen in der Finanzbranche, geraten aber zunehmend auch in die Kritik.
Foto: dpaFrankfurt. Nachhaltiges Investieren ist ein Topthema. Und das nicht erst, seit „Greenwashing“-Vorwürfe gegen etablierte Fondshäuser die Runde machen. Praktisch jeder Vermögensverwalter wirbt damit, Kundengelder verstärkt nur noch in solche Anlagen zu stecken, die ökologische und soziale Aspekte sowie eine gute Unternehmensführung (ESG) berücksichtigen.
Wer wissen will, wie weit die Anbieter hier jeweils sind, muss sehr genau hinschauen. Eine exklusive Umfrage des Handelsblatts unter 16 Vermögensverwaltern in Europa zeigt nun: Die Kluft ist groß. Fondshäuser mit Sitz in Skandinavien, Benelux und Frankreich liegen weit vorn, die deutschen Asset-Manager weit hinten.
So gibt etwa die dänische Nordea Asset Management den Anteil des nachhaltig verwalteten Kapitals am gesamten betreuten Vermögen mit 64 Prozent an. Bei der Anlagesparte der französischen BNP Paribas sind es nach offiziellem Bekunden 71 Prozent, bei der niederländischen Robeco 89 Prozent. Zum Vergleich: Die vier großen deutschen Fondshäuser kamen ebenfalls in einer Handelsblatt-Umfrage auf Quoten zwischen acht und 21 Prozent. Den tiefsten Wert nannte Anfang September die Deutsche-Bank-Tochter DWS, den höchsten Allianz Global Investors aus dem Hause Allianz.