Molnupiravir: Das neue Merck-Medikament könnte ein Wendepunkt im Kampf gegen Corona werden
Der US-Konzern hat mit seinen Testdaten überrascht.
Foto: dpaFrankfurt. Lange sah es so aus, als würde sich in der Therapie von Coronavirus-Infektionen trotz intensiver Forschung vergleichsweise wenig tun. Doch mit den überraschend positiven Testdaten, die der US-Konzern Merck & Co. und sein Partner Ridgeback Biotherapeutics vor wenigen Tagen für ihren Wirkstoff Molnupiravir präsentierten, deutet sich nun erstmals eine Wende an.
Denn die Neuentwicklung aus den USA könnte nach Einschätzung von Fachleuten das erste Medikament sein, das die Gefährlichkeit von Covid-19-Erkrankungen auf relativ breiter Front reduzieren kann. Denn es erscheint wesentlich besser für den Masseneinsatz geeignet als die bisher verfügbaren Wirkstoffe, die Durchweg als Infusion oder Injektion verabreicht werden müssen.
US-Mediziner wie Gabor Kelen, Chef für Notfallmedizin an der Johns Hopkins Universität im US-Bundesstaat Maryland, sehen das Mittel neben den Impfstoffen als maßgeblichen Beitrag, um Covid-19 von einer tödlichen Pandemie zu einer beherrschbaren Endemie zu wandeln.
Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie und Tropenmedizin an der München Klinik Schwabing, spricht von einem „wahren Lichtblick“ nach vielen Frustrationen. Die Situation könnte sich noch weiter verbessern, sollten in den kommenden Wochen und Monaten auch andere antivirale Wirkstoffkandidaten – darunter vor allem Produkte von Roche/Atea und Pfizer – ähnlich positive Resultate liefern.