Immobilien: „Orchestrierter Angriff“: Adler-Insider Caner vermutet Intrige der Shortseller – und will zurückschlagen
Das Wohnbauvorhaben am Hauptbahnhof hatte sich zur Hängepartie entwickelt.
Foto: Catella GroupDüsseldorf, Frankfurt, Berlin. Einen Tag nach dem Angriff des britischen Shortsellers Fraser Perring geht der Kampf um den Wohnungskonzern Adler Group in die nächste Runde. Mindestens drei weitere Leerverkäufer haben auf fallende Kurse der Adler-Aktie gesetzt, kurz bevor Perring seine schweren Vorwürfe gegen den Konzern veröffentlichte. Die Aktie war am Mittwoch in der Spitze um 30 Prozent eingebrochen. Am Donnerstag legte sie am Nachmittag wieder um elf Prozent zu und notierte am Nachmittag bei über elf Euro.
Perring hatte am Mittwoch auf der Website seines Analysehauses Viceroy Research einen 61-seitigen Report ins Internet gestellt. Darin warf er der Adler-Gruppe Betrug, Manipulation und Täuschung ihrer Geldgeber vor. Der Konzern soll unter anderem gravierende Manipulationen bei der Bewertung seiner Immobilien vorgenommen haben.
Adler reagierte am Mittwochabend mit einer kurzen Mitteilung. „Dieser Report enthält Unterstellungen, die Adler auf das Schärfste zurückweist“, heißt es darin. Das Dossier enthalte zahlreiche „nicht zutreffende Anschuldigungen“. Adler bereite derzeit „eine ausführliche Replik“ vor und wolle „zeitnah dazu Stellung nehmen“. Bis Donnerstagnachmittag hatte sich das Unternehmen allerdings nicht wieder geäußert. Einen Fragenkatalog des Handelsblatts ließ es unbeantwortet.