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KryptomarktProjekt „GoldenNFT“: Mit dieser Krypto-Aktion unterstützen Künstler Flüchtlinge

Mit dem Verkauf virtueller Token wollen Künstler Flüchtlingen zu sogenannten „Goldenen Visa“ verhelfen. Sie wollen die Mechanismen der Kryptowelt nutzen, um legale Fluchtwege zu eröffnen.Felix Holtermann, Mareike Müller 11.10.2021 - 15:22 Uhr Artikel anhören

NFTs sind der neueste Schrei der Kryptowelt – jetzt werden sie auch in der Kunstwelt genutzt

Foto: Bloomberg

Frankfurt. Über Schotterwege, vorbei an Zelten, die mit dem Logo des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen bedruckt sind, führt Milad die Zuschauer im Video durch ein Flüchtlingscamp – und spricht dabei über Kryptowährungen. Milad ist 23 Jahre alt und mit seiner sechsköpfigen Familie vor dem Krieg in Afghanistan geflohen. Nun hofft er auf einen Weg nach Europa.

„Es gibt einen verrückten Kunstmarkt da draußen, auf dem Menschen mit Bitcoin, Ethereum, Wax handeln“, erklärt der junge Mann den Nutzen sogenannter NFTs, dem neusten Schrei der Kryptowelt. Genau diese Token – praktisch die Enkel des Bitcoins – will ein Künstlerkollektiv nun nutzen, um es Menschen auf der Flucht zu ermöglichen, Visa für EU-Staaten zu erhalten.

Am vergangenen Freitag startete die Aktion, unterstützt wird sie von zwölf Künstlerinnen und Künstlern, darunter Sybille Berg, Nora al Badri und the Yes Men, die ihre Werke spenden. Die Idee: Durch die Versteigerung der Kunstwerke, die in Form von NFTs („Non-Fungible Tokens“) gehandelt werden können, wird Geld eingesammelt.

Der Erlös wird genutzt, um sogenannte „Goldene Visa“ für Menschen auf der Flucht zu finanzieren. Bei diesem Konzept, das auch als „Citizenship by Investment“ bekannt ist, erlangen Menschen die Staatsbürgerschaft eines Landes, indem sie eine bestimmte Mindestsumme investieren – etwa in Immobilien vor Ort. Manche EU-Staaten, darunter Portugal, Griechenland und Malta, geben diese Visa für ausländische Investoren aus und billigen ihnen damit das Recht zu, frei und legal in ein EU-Land überzusiedeln.

Durch die Blockchain zum Visum

Laut den Machern der Aktion investieren so all jene, die Kunstwerke im Rahmen des GoldenNFT-Projekts erwerben, auch „automatisch in goldene Visa für afghanische und syrische Familien, die sonst nicht in die Europäische Union einreisen dürften“. So verwandle man „den rein virtuellen Wert der NFTs in einen sehr konkreten Wert: Familien, die in ein sichereres Land reisen“.

Hinter der Aktion „GoldenNFT“ stehen das Berliner Künstlerkollektiv Peng, das sich in der Vergangenheit unter anderem kritisch mit der Macht von Geheimdiensten wie NSA und Co. auseinandergesetzt hat, die Organisation Refocus Medialab von der griechischen Insel Lesbos, auf der ein großes Flüchtlingslager steht, und die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, die ihre Werke spenden. Das Projekt ist zudem Teil einer Ausstellung im renommierten Aachener Kunstmuseum Ludwig Forum.

Link zur Aktion bei Twitter:

„In die EU kommt jeder, der Geld hat. Wer vor Krieg flieht, muss jedoch sein Leben riskieren. Durch die künstlerische Zusammenarbeit mit uns werden aus Geflüchteten Investoren“, erklärt Luca Schneider vom Peng-Kollektiv. „Wir wollen eine der kapitalistischsten Ausformungen der Finanzwirtschaft, die Kryptowelt, gegen die Beschränkungen der Nationalstaatlichkeit antreten lassen. Das Ziel ist es, mindestens einer afghanischen Familie das Menschenrecht auf Bewegungsfreiheit zurückzugeben.“

Indem die Gruppe NFTs zur Finanzierung der Aktion nutzt, macht sie sich den aktuellen Hype um die neuartigen Token zunutze. Auf Deutsch übersetzt sind NFTs „nicht ersetzbare Wertmarken“. Sie bilden virtuelle Anteile an physischen Gütern ab – etwa Immobilien, Oldtimern oder Kunstwerken. Dabei handelt es sich um eine stark wachsende Sparte des Kryptouniversums.

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So hat sich laut der französischen Großbank BNP der Wert der globalen NFT-Transaktionen zwischen 2018 und 2020 fast vervierfacht und betrug im vergangenen Jahr rund 340 Millionen Dollar. Ihre Schätzung nennt die Bank „konservativ“. Die Rekordsummen, die der Markt 2021 erreichte, sind noch nicht eingerechnet.

Mit NFTs gesicherte digitale Kunstwerke wechseln nicht per Download oder auf einem USB-Stick den Besitzer. Stattdessen sind sie als Token in einer dezentralen Blockchain-Datenbank gespeichert, ganz ähnlich zu Kryptowährungen wie Bitcoin und Co. Nur wer den Token besitzt, besitzt ein Originalkunstwerk – auch wenn identische Kopien außerhalb der Blockchain angeschaut werden können. Somit kann auch digitale Kunst fälschungssicher online gehandelt werden: Aus Investorensicht bilden die NFTs eine neue Vermögensklasse ab.

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