Coronavirus: FDA-Experten empfehlen auch Booster für Vakzine von Moderna und Johnson & Johnson
Studien legen nahe, dass der Impfschutz nach etwa sechs Monaten nachlässt.
Foto: APNew York. Booster oder Nicht-Booster? Für viele Amerikaner, die schon Anfang des Jahres geimpft wurden, stellt sich die Frage, ob sie ihren Impfschutz gegen Covid-19 auffrischen sollen oder nicht. Nun hat sich ein Expertengremium der FDA auch für eine Booster-Impfung mit dem Vakzin von Moderna für Ältere und andere Risikopatienten ausgesprochen. Bei der bisher einmaligen Johnson & Johnson-Impfung rät das Gremium allen geimpften Erwachsenen zur Auffrischung.
Zuvor wurde schon der Impfstoff von Biontech und Pfizer für Auffrischungsimpfungen zugelassen. In den USA hatte die Impfkampagne bereits in den ersten Monaten des Jahres großflächig begonnen. Die meisten Impfdosen wurden im März und April verabreicht. Damit waren zwar schon früh große Bevölkerungsteile vor schweren Covid-Erkrankungen geschützt. Aber das bedeutet auch, dass für viele Amerikaner der Impfschutz nun bereits deutlich nachgelassen haben könnte.
Auffrischung mit Biontech/Pfizer wurde bereits genehmigt
Die Entscheidungen der US-Arzneimittel- und Gesundheitsbehörde werden auch in Deutschland mit Spannung verfolgt. Für Biontech/Pfizer hatte die FDA den Booster nach sechs Monaten für Risikogruppen bereits offiziell genehmigt. Nun haben sich am Donnerstag alle 19 Vakzinexperten des zuständigen FDA-Gremiums auch bei Moderna für einen Booster nach sechs Monaten für Menschen ab 65 Jahren ausgesprochen. Ebenso für Menschen, die wegen Vorerkrankungen, Job oder Lebensumständen einem höheren Risiko ausgesetzt sind.
Bei Johnson & Johnson rieten die Experten ebenfalls einstimmig sogar dazu, die Auffrischung bereits nach zwei Monaten zu genehmigen. Bisher galt die Tatsache, dass das Johnson-&-Johnson-Vakzin nur einmal gespritzt werden musste, als Vorteil. Doch es hatte sich gezeigt, dass die Wirkung der ersten Impfung in den Studien schon früher nachlässt.
Die Entscheidung zu Johnson & Johnson war bereits im Vorfeld umstritten, weil sich die FDA-Experten zunächst nicht dazu äußern wollten, ob es sinnvoll sei, den Booster nicht von Johnson & Johnson zu verabreichen, sondern von Pfizer oder Moderna. Erst am Mittwoch war eine Studie des National Institute of Health (NIH) herausgekommen, nach der eine Auffrischung mit Moderna oder Pfizer eine stärkere Immunität bietet. Die Studie ist allerdings noch nicht von anderen Wissenschaftlern (Peers) bewertet worden. Nach der offiziellen FDA-Entscheidung muss auch noch die US-Seuchenschutzbehörde CDC (Center for Disease Control) grünes Licht geben. Bisher sind in den USA insgesamt 69 Millionen Menschen mit dem Moderna-Vakzin geimpft. 14 Millionen haben Johnson & Johnson bekommen.