Gunther Adler: „Wir brauchen ein starkes und soziales Mietrecht“
Für den ehemaligen Baustaatssekretär ist die Bau- und Wohnungspolitik eine Herzensangelegenheit.
Quelle: Autobahn GmbH
Foto: HandelsblattWenn sich die Immobilienwirtschaft jemanden schnitzen könnte, der auf fachlicher Ebene die Wohnungs- und Baupolitik der nächsten Bundesregierung verantworten soll, die Holzfigur würde wohl Gunther Adler auffallend ähnlich sehen. Der ehemalige Staatssekretär im Bundesministerium für Inneres, Bau und Heimat genießt in der Branche einen exzellenten Ruf.
Als er im September 2018 für den früheren Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen Platz machen sollte, war der Aufschrei groß. Nach wenigen Tagen schwenkte Seehofer um: Adler durfte bleiben, für Maaßen wurde eine Beraterstelle geschaffen.
Doch auch nach dem Rausschmiss Maaßens Ende 2018 als Folge seiner Äußerungen zu rechtsextremen Übergriffen in Chemnitz gab es für Adler keine Zukunft in Seehofers Ministerium: Er wechselte Anfang 2019 zur bundeseigenen Autobahn GmbH.
Das Thema Bauen und Wohnen hat Adler weiter fest im Blick, „weil es mir am Herzen liegt“, verrät er im Interview mit Handelsblatt Inside Real Estate. Der Experte sieht für die kommende Legislaturperiode die große Herausforderung, alle Akteure an einen Tisch zu bekommen und Antworten auf die drängenden Fragen zu finden: „Wie bleibt der Anspruch an eine hohe Baukultur erhalten? Wie setze ich das Thema Bezahlbarkeit mit den Klimaschutzzielen um? Das kommt einer Revolution nahe. Und das funktioniert nicht als ,ordre du mufti’.“