Ranking: Nicht nur auf den Preis schauen: Das sind die besten Kfz-Versicherungen
35 Tarife erreichen die Topbewertung FFF+ (hervorragend).
Foto: imago images/ShotshopDüsseldorf. Die Coronapandemie drückt weiter auf die Prämien vieler Kfz-Versicherer. Weil anhaltend viele Menschen im Homeoffice arbeiten, sind die Unfallzahlen auf Deutschlands Straßen positiv in der Unfallbilanz bemerkbar: Laut Angaben des Statistischen Bundesamts ereigneten sich von Januar bis August 2021 insgesamt 1,45 Millionen Straßenverkehrsunfälle – ein Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Darunter waren 161.200 Unfälle mit Personenschaden (–9 Prozent). Vor diesem Hintergrund sinken auch die Ausgaben der Versicherer für Schadensfälle. Dazu kommt, dass einige Anbieter wie etwa die Huk-Coburg und Allianz Beiträge aus dem Jahr 2020 zurückerstatten an diejenigen Kunden, die in diesem Jahr ihre Police fortgeführt haben.
Auf diese Weise sind geringere Ausgaben an die Kundschaft weitergegeben worden. In den Jahresprämien für 2022 machen sich die geringeren Ausgaben für Schäden bei vielen Versicherern bemerkbar. Das zeigt das aktuelle Ranking von Kfz-Versicherungen der Ratingagentur Franke und Bornberg.
Sie hat für das Handelsblatt die Angebote von 81 Kfz-Versicherungen analysiert und miteinander verglichen. Bei der Bewertung geht die Höhe der Prämie mit 30 Prozent ein, die Qualität der Tarife macht 70 Prozent aus. Analysiert wurden die Musterfälle für einen Fahranfänger, einen Familienvater und einen Senior.
Autofahrer sollten bei der Suche nach einer Versicherung für ihr Fahrzeug nicht dem Reiz des günstigen Preises erliegen. „Wer seine Kfz-Versicherung wechseln will, darf über den Preis die Qualität nicht aus den Augen verlieren“, empfiehlt Michael Franke, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg.
Qualität der Kfz-Tarife ist gestiegen
Je nach Tarif unterscheiden sich die Leistungsprofile der einzelnen Policen erheblich. Das kann eine auf den ersten Blick günstige Versicherung im Schadenfall teuer machen. Die Versicherungsexperten von Franke und Bornberg untersuchen daher die Kfz-Tarife anhand 63 Kriterien, die sie in diesem Jahr angepasst haben.
Rechtzeitig zur Wechselsaison 2021 veröffentlicht das Handelsblatt den aktuellen Vergleich der Ratingagentur. „Vor einem Jahr haben wir unsere Ratingkriterien deutlich nachgeschärft“, sagt Franke und zeigt sich zufrieden mit der Tarifqualität, die die meisten Versicherer bieten: „In weniger als zwölf Monaten ist die Qualität der Kfz-Tarife spürbar gestiegen.“
Das unterstreiche die scharfe Konkurrenz in der Autoversicherung. Versicherer setzten auf die von Franke und Bornberg definierten Qualitätskriterien, um ihre Position im Wettbewerb auszubauen. Ein Beispiel: die Kaufpreisentschädigung. Für Franke und Bornberg muss ein Anbieter 24 Monate Kaufpreisentschädigung gewähren, damit er von den Ratingexperten die Bestnote FFF+ bekommt. Das ist der geforderte Mindeststandard für eine Police mit Topschutz: „Dieses Feature wird nun immer häufiger angeboten“, so Franke. Von dieser Entwicklung profitierten vor allem Verbraucher.
Im Vergleich zum letztjährigen Vergleich beobachtet Franke noch weitere positive Trends. So stiegen die Leistungsgrenzen bei Schäden durch Kurzschluss oder Tierbiss von Jahr zu Jahr. Erweiterungen für Elektrofahrzeuge würden immer häufiger in die Produkte integriert. Auch hier werde der Leistungsrahmen kontinuierlich ausgeweitet, erklärt Franke.
Weggefallen beim aktuellen Kfz-Rating ist das Kriterium „Erweiterung der Elementargefahren“ und wurde aufgelöst in die fünf Einzelkriterien Lawine, Erdrutsch, Erdsenkung, Vulkanausbruch und Erdbeben. „Auf diese Weise wird eine bessere Differenzierung möglich, da nicht jeder Versicherer alle Aspekte absichert“, erläutert Franke.
35 Tarife erhalten die Topbewertung
Der Trend am Markt ist, dass die meisten Gesellschaften mehr als eine Tarifvariante zur Kfz-Versicherung anbieten. Oft finden sich neben einem Basisangebot weitere Tarife mit umfangreicheren Leistungen. Umgekehrt besteht bei einigen Policen die Pflicht, bei Schäden eine Vertragswerkstatt des Versicherers in Anspruch zu nehmen.
Franke und Bornberg zieht für das Rating insgesamt 159 Tarife von 81 Gesellschaften heran. Durch zusätzlich abschließbare Leistungserweiterungen ergeben sich insgesamt 309 Tarifvariationen. 35 Tarife erreichen die Topbewertung FFF+ (hervorragend). Ein Jahr zuvor war das nur 13 von 177 analysierten Tarifen gelungen.