Morning Briefing: Der atemberaubende Slogan des Helge Braun
Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
das Mantra der Monopolisierung unserer Zeit lautet so: Auf der Mauer, auf der Lauer liegen die Tech-Konzerne – also kaufen wir mal lieber selbst schnell zu. Für die Finanzbranche erklärt Jamie Dimon, Chef der größten amerikanischen Bank JP Morgan, die neue Stampede der Oligopolisten: „Grundsätzlich werden die Bankensysteme überall auf der Welt kleiner werden, weil so viele Dinge außerhalb der Banken stattfinden.“
Seine Antwort: Er will zum Sturm auf die deutsche Finanz-Bastion blasen und der Deutschen Bank sowie der Commerzbank ihre Mittelständler abjagen. „Sie machen das sehr gut“, sagt Dimon im Handelsblatt-Interview über die Platzhirsche, „aber das heißt nicht, dass wir das nicht auch können.“ Nach einer Verlagerung von Vermögenswerten nach Frankfurt ist sein Geldhaus in die Top Five Deutschlands aufgestiegen, nun will man noch mehr. Doch selbst an der Wall Street weiß man, dass die Steigerung von Mut Übermut ist.
Zehn Jahre waren sie in einer Art Fernduell zugange. Wer hatte die bessere Finanzstrategie? Da war zum einen Ex-Bundesbank-Chef Axel Weber, dessen bereits eingeleitete Bestellung zum CEO der Deutschen Bank in letzter Minute intern wegintrigiert worden war – weshalb er Verwaltungsratschef bei der UBS in der Schweiz wurde. In Frankfurt wiederum stieg Ex-Allianz-Finanzchef Paul Achleitner zum Chef des Aufsichtsrats der Deutschen Bank auf. In diesem Duell haben Achleitners Strategen erst in den vergangenen Jahren aufgeholt.