Interview: Nach Veröffentlichung seines Geheimberichts: Jetzt spricht Wirecard-Sonderprüfer Martin Wambach
Der geschäftsführende Partner der Prüfungsgesellschaft Rödl & Partner spricht erstmals über seine Arbeit als Sonderprüfer des Wirecard-Untersuchungsausschusses.
Foto: David KlammerDüsseldorf. Martin Wambach ist Mitglied der Geschäftsführung bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner. Seit 2019 gehört er außerdem dem Vorstand des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW) an. Der Wirecard-Untersuchungsausschuss hat Wambach beauftragt, die Arbeit des langjährigen Wirecard-Prüfers EY zu begutachten. Ergebnis war ein viel beachteter Sonderbericht, der allerdings geheim gehalten wurde.
Mehr zum Wirecard-Skandal:
- Protokoll des Versagens: Das Handelsblatt veröffentlicht den Geheimbericht zur Arbeit der EY-Wirtschaftsprüfer
- Wirecard-Skandal: Sonderprüfer gehen mit Wirtschaftsprüfer EY hart ins Gericht – der vollständige Geheimbericht zum Download
- EY rüstet sich für die Abwehrschlacht im Wirecard-Bilanzskandal
- „Es ist ein Wahnsinn...“: So liefen die letzten 48 Stunden von Wirecard vor dem Untergang
Nun spricht Wambach erstmals über seine Arbeit als Sonderprüfer, die Sorgen, die die Branche nach dem Wirecard-Bilanzskandal umtreiben, und die aus seiner Sicht notwendigen Konsequenzen.
Wambach will die Arbeit von EY nicht bewerten, verweist aber auf das Urteil des Untersuchungsausschusses, das auf seinem Bericht fußt. „Der Ausschuss kommt zu dem Ergebnis, dass der Abschlussprüfer einen Beitrag zur schnelleren Aufdeckung des Bilanzskandals hätte leisten können“, sagt Wambach.
Für ihn ist aber auch klar: Der Skandal um Wirecard war ein Einzelfall. Die Branche nimmt er in Schutz. Die Prüfungsstandards seien streng – müssten aber auch eingehalten werden.