Konjunktur: Wachstumseinbruch, Lieferengpässe und Börsenschwäche: Kommt jetzt die Stagflation?
Energie, Rohstoffe und Lebensmittel – Preise steigen in vielen Bereichen.
(Foto: Smetek)
Foto: Handelsblatt- Die Corona-Pandemie bringt ein Schreckensszenario aus den 70er Jahren zurück in die wirtschafts- und geldpolitische Debatte. Was deutet auf ein Comeback der Stagflation hin?
- Trotz Teil-Lockdowns und Lieferengpässen ist die Beschäftigung hoch. Zudem sinkt die Zahl der Arbeitskräfte rapide. Setzt das eine Lohn-Preis-Spirale in Gang?
- Wenn sich die Kurse besonders volatil zeigen, machen Anlegerinnen und Anleger immer wieder die gleichen Fehler. Wie lassen sich diese vermeiden?
Berlin, Düsseldorf. Es scheint die Wiederkehr des Immergleichen zu sein: wieder diese Ministerpräsidentenkonferenzen im Kanzleramt, wieder das hektische Agieren hinter der Welle, so als hätten Virologen nicht seit Juni schon gewarnt, dass es so kommen würde. Und wieder färbt sich die Landkarte der Republik langsam, aber stetig tiefrot bis violett.
Neu ist nur, dass Deutschland sich in einem Interregnum befindet zwischen einer geschäftsführenden Regierung, die nur noch amtsmüde ist, und einer kommenden, die allenfalls schleppend Verantwortung übernimmt.
Was weder die alte noch die neue Bundesregierung voraussehen konnten: dass sich binnen weniger Tage eine neue Virusvariante namens Omikron in Europa verbreiten würde. Wie gefährlich sie ist, wie sie das Pandemiegeschehen verändern wird – unklar. Ebenfalls unklar: ob es an einer leichten Entspannung der Lage oder an den plötzlich wieder knappen Corona-Tests liegt, dass die Infektionszahlen seit einigen Tagen auf hohem Niveau zu stagnieren scheinen.
Klar ist, dass das Bundesverfassungsgericht Anfang der Woche die Lizenz zum harten Durchgreifen erteilt hat. Nun reift auch bei den Ampelkoalitionären die Erkenntnis, dass nicht nur die ganze Macht, sondern auch alle Verantwortung bei ihnen liegt. Am Donnerstag beschlossen Bund und Länder einen faktischen Lockdown für Ungeimpfte, und auch für alle anderen Bürger werden die Regeln wieder schärfer.