Corona-Pandemie: Omikron-Variante treibt Bedarf für Gendiagnostik neu an
Für das Aufspüren neuer Virusvarianten ist die Sequenzierung nach wie vor unabdingbar.
Foto: BloombergFrankfurt. Neue Corona-Infektionswellen in zahlreichen Ländern und die Ausbreitung der Omikron-Variante verstärken nicht nur den Bedarf an Impfstoffen. Sie rücken auch die Diagnostik neu ins Rampenlicht. Die Entwicklung dürfte sowohl der Nachfrage nach PCR-Tests als auch der Genomsequenzierung zusätzlichen Schub verleihen.
Zum einen stehen die Behörden weltweit vor der Herausforderung, den Vormarsch der Omikron-Variante und potenziell neuer Mutationen möglichst präzise zu erfassen. Zum anderen zeichnet sich ab, dass die Behandlung von Covid-Patienten in Zukunft eine noch präzisere Analyse des Erregers erfordert.
Für das Aufspüren neuer Virusvarianten ist die Sequenzierung nach wie vor unabdingbar. Denn die gängigen PCR-Tests können letztlich nur abgleichen, ob bestimmte kleinere, bereits bekannte und für Sars-CoV-2 typische Genabschnitte in den Proben enthalten sind. Neue, bisher unbekannte Mutationen können sie dagegen nicht aufspüren.
Dazu ist es vielmehr erforderlich, jeweils das gesamte Genom des Erregers zu sequenzieren. Dabei wird die komplette Reihenfolge der knapp 30.000 Nukleotid-Bausteine des Virus ausgelesen.
Inzwischen ist der Einsatz solcher Analysen relativ verbreitet und vergleichsweise kostengünstig. Möglich wurde das durch neuartige Verfahren, die sogenannten Sequencing-Technologien der nächsten Generation (NGS), die in den vergangenen zwei Jahrzehnten entwickelt wurden. Hauptanbieter sind die US-Firmen Illumina und Thermo Fisher Scientific sowie die britische Oxford Nanopore. Genutzt wird die Technologie bisher vor allem in der Forschung, der Analyse von Erbkrankheiten und in wachsendem Umfang in der regulären Krebsdiagnostik.