Politiker des Jahres: Annalena Baerbock und Christian Lindner: Im Auftrag der jungen Generation
Sie führten die bis zu Bundestagswahl kleineren Parteien, FDP und Grüne, in die Regierung und sind die Politiker des Jahres.
Foto: HandelsblattDanke, Angela Merkel. Ihr Entschluss, nicht noch einmal für das Kanzleramt anzutreten, bescherte uns im zweiten tristen Coronajahr einen politischen Neuanfang. Damit gab es neben dem Coronafrust mit der Bundestagswahl ein weiteres Thema, das man mit Freunden oder Kolleginnen diskutieren konnte.
Gerade in meinem Umfeld – der Digitalwirtschaft – fiel dabei auf, wie sehr die Menschen sich Aufbruch und Modernisierung wünschen. Die Pandemie hat eindringlich verdeutlicht, wo unser Staat krankt und wie sehr ein Digitalisierungsschub benötigt wird.
Die Kompetenz für einen Aufbruch sahen die Menschen in diesem Jahr dabei bei zwei Parteien: den Grünen und der FDP. Mit Annalena Baerbock und Christian Lindner an der Spitze standen sie glaubhaft für etwas Neues. Von zwei Richtungen kommend schienen beide das gleiche Ziel zu verfolgen: Das Land aus dem kleinsten gemeinsamen Nenner zu befreien. Eine grün-gelbe Limette, die das Land spritzig erfrischt? Das war in der digitalen Wirtschaft die Hoffnung.
An der Parteibasis von Grünen und FDP teilte man diese Begeisterung anfangs nicht. Die Leitbilder, insbesondere bei der Rolle des Staates zur Bewältigung von Problemen, liegen weit auseinander. Harmonisch wirkte weder, als Jürgen Trittin mit Blick auf eine TV-Satiresendung „F.D.P – Fick den Planeten“ twitterte, noch, als aus den Reihen der FDP das Bild der grünen Bullerbü-Verbotspartei auf Lastenrädern gezeichnet wurde.