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KarriereSechs Gründe, wieso Sie nicht befördert werden

Auf Ihren Wunsch nach Beförderung reagiert Ihr Chef nur vage? Woran das liegen kann – und wie Sie Ihre Karrierechancen verbessern.Celine Schäfer 14.01.2022 - 14:42 Uhr Artikel anhören

Warum es für den einen mit der Beförderung klappt, für den anderen nicht, hat nicht immer nur etwas mit Leistung zu tun, wissen Experten.

Foto: imago/Ikon Images

Düsseldorf. In vielen Firmen stehen sie nun wieder an: die Jahresgespräche. Vorgesetzte sollen mit ihren Mitarbeitern rückblickend besprechen, was erreicht wurde, und mit Blick in die Zukunft, welche neuen Ziele gesteckt werden. Dabei geht es auch um die persönliche Weiterentwicklung. So mancher Angestellte, der nachhaltig Erfolge erzielt, wünscht sich eine Beförderung.

Doch häufig bleiben Chefs in diesem Punkt vage. Woran es liegen könnte, dass es mit dem Aufstiegswunsch nicht klappt, und wie Sie Ihre Chancen im konkreten Fall doch noch verbessern können, erklären zwei Karriereexperten.

Begründung eins: Sie gefallen Ihrem Chef auf Ihrer jetzigen Position

Eine Absage auf die Frage nach dem beruflichen Aufstieg fühlt sich nie gut an. Manchmal hat sie aber einen durchaus schmeichelhaften Grund, erklärt Nico Rose, Psychologe und Karrierecoach: „Nicht selten ist es so, dass der Vorgesetzte das Gefühl hat, dass ein Mitarbeiter auf der aktuellen Position einfach wertvoller ist“, sagt Rose. Manager folgten häufig dem Motto „Never change a running system“. „Man weiß, was man an der Person hat“, sagt Rose, und wolle keine Veränderung.

Langfristig kann diese Einstellung zum Problem werden – denn wer bei seinem Arbeitgeber keine Chance mehr auf eine Beförderung sieht, sucht sich irgendwann eine neue Stelle in einem anderen Unternehmen. Der Experten-Tipp in diesem Fall lautet daher: Sprechen Sie klar und deutlich an, dass auch Sie im Zweifel das Unternehmen wechseln, um beruflich voranzukommen.

Begründung zwei: Ihr Chef sieht nicht, wie hart Sie arbeiten

Manche Menschen fühlen sich bei Beförderungen übergangen, obwohl sie ihr Privatleben immer wieder zurückstellen, regelmäßig Überstunden machen und sich für das Unternehmen ins Zeug legen. Nur scheint der Chef das nicht zu honorieren. Coach Rose: „Vorgesetzte sehen den geleisteten Input häufig gar nicht, sondern nur das, was rauskommt.“

Der Experte rät deshalb dazu, den eigenen Beitrag zum Unternehmenserfolg unbedingt sichtbar zu machen. „Manche Mitarbeiter warten darauf, dass sie endlich gesehen werden, andere sind gut darin, ihre Arbeit, mehr noch ihre Erfolge, in ein gutes Licht zu rücken“, sagt Rose. „Das wird bisweilen als Eigen-PR abgetan. Doch es gehört nun mal dazu, wenn man befördert werden will.“ Sein Tipp, damit gewandtere Kollegen Sie nicht überholen: „Klappern gehört zum Handwerk.“

Begründung drei: Sie sind ein Ja-Sager

Es hört sich paradox an, aber: Wer im Job zu allem „Ja und Amen“ sagt und jede Aufgabe widerspruchslos erledigt, die der Chef oder Kollegen ihm auftragen, hat oft schlechtere Chancen auf eine Beförderung.

Karrierecoach Martin Braun erklärt, warum das so ist: „Mitarbeiter werden befördert, weil sie Grenzen kommunizieren.“ Denn: „Niemand möchte Manager, die keine eigene Meinung haben.“ Braun betont: „Ein ‚Ja‘ zu allem ist auch ein ‚Nein‘ zu den eigenen Kernaufgaben.“ Priorisieren zähle zu den Hauptaufgaben von Führungskräften. Denn niemand habe genügend Zeit, um jedem Wunsch gerecht zu werden, der an ihn gerichtet werde. Der Experte rät daher, ab und an mal an geeigneter Stelle „Nein“ zu sagen. Auf diese Weise strahlen Sie Seniorität und Führungsqualitäten aus.

Begründung vier: Ihnen fehlen wichtige Kontakte

Manchmal haben Beförderungen gar nichts mit der Leistung des jeweiligen Mitarbeiters zu tun, sondern mit dem richtigen Netzwerk, dem jemand angehört, weiß Psychologe und Berater Rose. „In jedem größeren Unternehmen bilden sich über die Zeit Koalitionen heraus. Einige davon sind machtvoll, andere weniger“, erklärt er. Die Mitglieder der dominanten Koalitionen beförderten sich häufig mit der Zeit gegenseitig nach oben. „Wer nicht dazugehört, hat im Grunde Pech gehabt.“

Arbeitnehmer ohne enge Kontakte zur Führungsetage würden zwar durchaus ebenfalls befördert, hätten es aber insgesamt schwerer beim Aufstieg. Wer es bis an die Unternehmensspitze schaffen wolle, müsse sich also unbedingt das richtige Netzwerk zur Unterstützung aussuchen und einflussreiche Allianzen schmieden, so der Experte.

Begründung fünf: Sie sind zu zurückhaltend

Arbeitnehmer warten häufig lange damit, ihren Chef überhaupt nach einer Beförderung zu fragen – etwa weil sie Angst vor einer Absage haben. „Viele Angestellte kommunizieren ihre Ziele und Ambitionen nicht, zu spät oder geben die Kontrolle über die Beförderung komplett an den Chef ab“, sagt Karrierecoach Braun. Ein Fehler, findet der Experte. Da sei Frustration programmiert.

Sein Tipp: „Mitarbeiter müssen lernen, bei Themen wie Beförderungen selbst aktiv zu werden und ihren Vorgesetzten zu führen.“ Konkret heißt das: Teilen Sie Ihrer Führungskraft Ihre Karriereziele mit. Dafür hilft es, sich vorher bewusst gemacht zu haben, wann Sie welche Sprosse auf der Karriereleiter erklimmen wollen, wie der Weg dahin aussehen soll – und mit welchen Weiterbildungen Ihr Chef Sie dabei unterstützen könnte. Diese Etappenziele lassen sich dann gemeinsam besprechen. Werden Absprachen vonseiten des Vorgesetzten später nicht eingehalten, etwa ein Projekt nicht zugeteilt oder eine Fortbildung nicht ermöglicht, sollten Sie unbedingt dranbleiben und ihn darauf ansprechen.

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Begründung sechs: Sie fragen zum falschen Zeitpunkt

„Über eine Gehaltserhöhung oder Beförderung erst im Jahresgespräch mit dem Chef zu diskutieren ist in der Regel wenig zielführend“, sagt Braun. Der Grund: Die meisten Führungskräfte haben sich ihre Meinung über ihre Mitarbeiter schon zuvor gebildet und das kommende Jahr geplant – so eben auch die Verteilung ihres Budgets bei Gehaltserhöhungen oder anstehenden Beförderungen.

Im Jahresgespräch teilen Chefs ihren Mitarbeitern dann oft nur noch das mit, was bereits feststeht. Brauns Tipp lautet daher: „Der Dialog mit dem Chef muss vor den Jahresgesprächen stattfinden – wenn man es richtig macht, sind Beförderungen niemals eine Überraschung, sondern die logische Folge einer gemeinsamen Planung mit dem Vorgesetzten.“

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