Energieversorgung: „Wir laufen in eine Lücke“ – Warum sich die Gaskrise immer weiter zuspitzt
Besonders stark betroffen von der Gaspreiskrise sind Aluminiumhütten, die extrem viel Strom einsetzen.
Foto: dpa Picture-Alliance / Guido KirchnerBerlin. Die angespannte Lage auf dem Gasmarkt wird für große Verbraucher aus der Industrie immer bedrohlicher. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass in diesem Winter Verträge mit unterbrechbaren Lieferungen gezogen werden“, sagt Timm Kehler, Chef des Branchenverbands „Zukunft Gas“, dem Handelsblatt.
Das bedeutet: Unternehmenskunden, die mit ihren Gaslieferanten eine Unterbrechung der Versorgung unter bestimmten Bedingungen vereinbart haben, könnte in den kommenden Wochen das Gas abgestellt werden.
Solche Klauseln über Lieferunterbrechungen gibt es seit Jahren. Sie können sich für den Gaskunden beispielsweise dann lohnen, wenn er im Fall eines Lieferstopps Zugriff auf Alternativen wie Öl oder Kohle hat oder die Produktion drosseln kann. Im Gegenzug gewährt der Gaslieferant einen Preisnachlass.
Die Gefahr, dass durch eventuelle Lieferstopps Wohnungen kalt bleiben, sieht die Branche hingegen nicht. Heizungskunden sind besonders vor solchen Unterbrechungen der Gasversorgung geschützt.
„Zukunft Gas“ repräsentiert mit rund 140 Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette der Gasindustrie in Deutschland. „Der Füllstand der Gasspeicher ist niedrig, gerade im Süden Deutschlands“, sagt Verbandschef Kehler. Die Gasspeicher in Deutschland sind im Moment zu 53 Prozent gefüllt. Der Wert liegt deutlich unter dem Mittelwert der vergangenen Jahre.