Anlagestrategie: Investieren mit der Substanz-Methode: So erkennt man frühzeitig, wenn sich der Wind an der Börse dreht
Das KBV drückt aus, wie hoch ein Unternehmen gemessen an seinem Eigenkapital bewertet ist, wie viel Anleger also für seine Anteilscheine gemessen an der Firmensubstanz bezahlen.
Foto: Stephan SchmitzDüsseldorf. Die meisten Aktien sind immer noch teuer, weil die Kurse seit Jahren schneller als die Konzerngewinne steigen. Das gilt auch nach dem jüngsten Kursverfall. Denn dieser war gemessen am vorangegangenen Anstieg viel zu gering, als dass sich die Parameter grundlegend geändert hätten.
Entsprechend schlecht ist die Relation aus Aktienkurs und Firmengewinn. Diese wird mithilfe des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) gemessen. Dabei ist zu beachten, dass die wenigen niedrig bewerteten Aktien, die es auch jetzt gibt, sehr oft hohe Risiken bergen. Das heißt, die Unternehmen sind aus gutem Grund billig – nicht zu verwechseln mit preiswert. Auf Einzelaktien mit dem niedrigsten KGV zu setzen ist daher selten eine erfolgreiche Strategie.
Interessanter sind niedrig bewertete Aktien mit hoher Substanz. Anders als das in der Öffentlichkeit gängige KGV ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) dazu geeignet, mögliche Wendepunkte an der Börse vorab zu erkennen. Das KBV drückt aus, wie hoch ein Unternehmen gemessen an seinem Eigenkapital bewertet ist, wie viel Anleger also für seine Anteilscheine gemessen an der Firmensubstanz bezahlen. Der Buchwert errechnet sich aus allen Vermögenswerten eines Unternehmens abzüglich seiner Verbindlichkeiten.