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„Partygate“Boris Johnson offenbar bei weiteren Partys in Downing Street dabei

Der Party-Gate-Bericht wirft der britischen Regierung schweres Führungsversagen vor. Der britische Premier soll bei einer weiteren Party dabei gewesen sein – in seiner eigenen Wohnung. 02.02.2022 - 18:57 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Immer mehr Tory-Mitglieder sollen dem Premier ihr Misstrauen aussprechen.

Foto: via REUTERS

London. Auch nach der Vorstellung des lang erwarteten Partygate-Berichts reißen die Berichte über Boris Johnsons Teilnahme an weiteren Lockdown-Partys in der Downing Street nicht ab. Der „Guardian“ berichtete am Mittwoch über eine Abschiedsfeier im Januar 2021, die von der Polizei geprüft wird und bei der Johnson auch dabei gewesen sein soll.

Der „Telegraph“ schrieb unter Berufung auf Insider-Quellen, Johnson habe auch an einer Feier in seiner eigenen Wohnung im November 2020 teilgenommen. Man habe ihn nach oben gehen sehen, wo laut Abba-Songs wie „The Winner Takes It All“ gespielt worden seien, gab die Quelle an. Diese Party war erst durch den Bericht der Spitzenbeamtin Sue Gray bekannt geworden.

Nach der Veröffentlichung des Berichts, der den Verantwortlichen im britischen Regierungssitz Führungsversagen und schwere Verfehlungen bei der Einhaltung von Corona-Regeln vorwirft, wird mit Spannung beobachtet, wie viele Abgeordnete der konservativen Tory-Partei Johnson ihr Misstrauen aussprechen. Tun dies mindestens 54, käme es zu einem Misstrauensvotum.

Am Mittwoch sagten gleich drei Tory-Abgeordnete öffentlich, sie könnten Johnson nicht mehr unterstützen – darunter ein prominenter Vertreter, Tobias Ellwood. Er kündigte im Sender Sky News an, er werde einen Brief an das zuständige Komitee schreiben. Wie viele dieser Misstrauensbriefe bereits eingegangen sind, ist unklar.

In der wöchentlichen Befragung durchs Parlament wich Johnson am Mittwoch erneut allen Fragen nach seiner Teilnahme an Lockdown-Partys aus.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat im Unterhaus angekündigt, Lehren aus der Kritik zu ziehen und Abläufe in seinem Amtssitz zu ändern. Zuvor warf Spitzenbeamtin Gray der britischen Regierung schweres Führungsversagen vor.
dpa
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