Großbritannien: „Partygate“-Affäre: Johnson will nicht zurücktreten
Es könnte zu einem Misstrauensvotum der konservativen Fraktion in den Premier kommen.
Foto: ReutersLondon. Der britische Premierminister Boris Johnson will wegen des Skandals um die Lockdown-Partys in seinem Amtssitz nicht zurücktreten. Das bekräftigte der konservative Regierungschef am Mittwoch während der Fragestunde des Premierministers im Parlament. Oppositionschef Keir Starmer von der Labour-Partei hatte ihn zuvor erneut zum Rücktritt aufgefordert.
Er könne sich zu der Angelegenheit wegen der laufenden Ermittlungen nicht äußern, sagte Johnson. Er steht wegen der Partys während der Corona-Lockdowns im Frühjahr und Winter 2020 sowie im Frühjahr 2021 massiv unter Druck. Am Dienstag hatte die Londoner Polizei angekündigt, wegen mutmaßlicher Regelverstöße zu ermitteln. Der Premier könnte dazu als Zeuge oder als Verdächtiger befragt werden.
Bericht zu Partygate: Johnson auf Party-Fotos zu sehen
Mit Spannung wird zunächst der interne Untersuchungsbericht der Spitzenbeamtin Sue Gray erwartet. Laut britischen Medien soll er im Laufe des Mittwochs in der Downing Street eingehen. Johnson sagte am Mittwoch zu, ihn vollständig zu veröffentlichen.
Sollte der Gray-Bericht zu dem Schluss kommen, dass im Amtssitz Corona-Regeln gebrochen wurden, gilt ein Misstrauensvotum der konservativen Fraktion in den Premier als wahrscheinlich.
Es ist unklar, wie viel Beweismaterial der Bericht enthalten wird. Laut dem Sender Sky News hat Gray Party-Fotos, auf denen Johnson mit Weinflaschen zu sehen ist. Details wie Fotos oder WhatsApp-Nachrichten werden laut "Financial Times" aber nicht in dem Bericht auftauchen. Die Opposition könnte eine umfassendere Version fordern, spekulierte das Portal „Politico“.