Energiepolitik: Europas Kampf ums Gas: Russland sitzt am längeren Hebel – noch
(Foto: Thomas Kuhlenbeck)
Foto: HandelsblattBrüssel/Berlin/New York.
- Die EU hat sich in eine gefährliche Abhängigkeit von Putins Erdgas begeben – speziell Deutschland wirkt im Ukrainekonflikt erpressbar. Zu Recht?
- Bei der Suche des Westens nach alternativen Lieferquellen rückt Katar in den Fokus. Doch auch hier lauern Probleme.
- Ursula von der Leyen, Chefin der EU-Kommission, erklärt im Interview, welche Konsequenzen Moskau drohen, sollten russische Soldaten tatsächlich in die Ukraine einfallen - und was sie von Gerhard Schröders Wortmeldungen hält.
Über dem Brüsseler Europaviertel ist der Regenhimmel aufgerissen, die Abendsonne leuchtet rot. Wolkenfetzen und Dachgiebel sehen aus, als stünden sie in Flammen. Das etwas apokalyptische Ambiente ist auch den Kommissionsmitarbeitern nicht entgangen, die gerade das Fotoshooting mit ihrer Chefin verfolgen.
Ursula von der Leyen posiert am Fenster, hoch oben im 13. Stock ihrer Behörde, neben ihr das glühende Stadtpanorama. Das könnte schiefgehen, Bildersprache ist der Kommission wichtig, gerade jetzt in Krisenzeiten. Doch dem Hausfotografen gelingt es, von der Leyen so in Szene zu setzen, dass der zivile Eindruck gewahrt wird.
EU-Sanktionen könnten auch Oligarchen „empfindlich“ treffen.
(Foto: EU/Dati Bendo)
Foto: HandelsblattWie ernst die Lage in Europa ist, erläutert von der Leyen kurz darauf im Gespräch mit dem Handelsblatt und der französischen Zeitung „Les Echos“. Sie spricht über die Ukraine, von einem Aufmarsch russischer Truppen, „wie es ihn seit 70 Jahren nicht gegeben hat“, sie warnt vor russischer Desinformation und Cyberattacken. Und sie erläutert, wie sich die EU auf den Ernstfall vorbereitet, auf das, was sie in Brüssel das „Gas-Armageddon“ nennen: ein russisches Energieembargo gegen Europa.