Ukrainekrise: Suche nach dem Zündfunken: Wie Putin eine Invasion begründen könnte
Wird Putin den Schutz der russischen Bevölkerung als Kriegsgrund vorschieben?
Foto: imago images/ITAR-TASSMoskau. Die Lage in der Ukraine wird unübersichtlich: Die Vereinigten Staaten werfen Russland vor, mit bewussten Provokationen die Kriegsgefahr zu schüren. US-Außenminister Antony Blinken drückte bei der Münchner Sicherheitskonferenz seine Skepsis aus: Auch wenn die US-Regierung mit ihren Partnern alles Denkbare für eine diplomatische Lösung tue, sei man „zutiefst besorgt, dass dies nicht der Weg ist, den Russland eingeschlagen hat“.
Als mögliche Rechtfertigung für einen Krieg hatte Blinken zuvor militärische Provokationen, einen vermeintlichen Terroranschlag in Russland oder die „erfundene Entdeckung eines Massengrabes“ genannt.
Auch Vorwürfe eines Völkermords, inszenierte Drohnenangriffe auf Zivilisten oder ein vorgetäuschter Angriff mit Chemiewaffen seien denkbare Täuschungsmanöver, mit denen Russland eine Invasion begründen könnte. Aber wie realistisch ist es, dass Russland von diesen Möglichkeiten Gebrauch macht? Eine Analyse.
Tatsächlich wäre wohl eine Eskalation im Donbass der wahrscheinlichste Auslöser einer Invasion. Russland betrachte die Entwicklung in der Ostukraine mit Sorge, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Der Westen moniere zwar die anhaltende russische Truppenpräsenz im Grenzbereich, ignoriere dabei aber völlig das gewaltige Angriffspotenzial der ukrainischen Streitkräfte, das in unmittelbarer Nähe der Frontlinie konzentriert sei, klagte er.