Ukraine-Krieg: Daimler Truck stoppt Kooperation mit russischem Panzerwagenhersteller Kamaz
Der russische Hersteller steht mittlerweile auf der Sanktionsliste der EU.
Foto: BloombergMünchen, Berlin. Nach fast zwölf Jahren der Zusammenarbeit legt Daimler Truck alle Aktivitäten mit dem russischen Fahrzeughersteller Kamaz auf Eis. Infolge des Ukrainekriegs werde kein einziger Lastwagen mehr in dem gemeinsamen Joint Venture „DK RUS“ gebaut, und es würden auch keine Komponenten mehr an Kamaz geliefert, erklärte Daimler Truck dem Handelsblatt.
Der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller reagiert damit auf scharfe Kritik an dem Bündnis mit den Russen. Schließlich ist Kamaz nicht nur der führende Hersteller von Lastwagen und Bussen in Russland, sondern rüstet das Militär des Landes seit Jahren auch mit tonnenschweren Panzerwagen aus.
Die Kooperation mit Daimler Truck beschränkte sich zwar stets auf zivile Nutzfahrzeuge. Doch Kamaz steht mittlerweile auf Sanktionslisten der EU. Auch der russische Rüstungskonzern Rostec, der mehr als 47 Prozent der Anteile an Kamaz hält, wird von westlichen Staaten wie Großbritannien zunehmend geächtet. Nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine vergangene Woche zieht Daimler Truck nun die Reißleine und stoppt sein Geschäft mit Kamaz komplett.